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Ein Amazon Sales Estimator rechnet den Verkaufsrang eines Produkts (Best Sellers Rank, BSR) in geschätzte Monatsabsätze um. Sie geben Marktplatz, Kategorie und den Rang der Hauptkategorie ein, und das Tool liefert eine ungefähre Stückzahl pro Monat. Bevor Sie Amazon Verkaufszahlen schätzen, lesen Sie das Listing selbst: Auf vielen Produktseiten zeigt Amazon eine gerundete Angabe, laut Amazons Hilfeseite etwa „Mehr als 10.000 im letzten Monat gekauft“. Nehmen Sie diese Angabe als Untergrenze, verwenden Sie die kleinere von zwei Schätzungen und beobachten Sie den Rang einige Wochen, bevor Sie einer Zahl trauen.
Jeder Verkäufer möchte wissen, wie viel ein Konkurrenzprodukt verkauft, bevor er Ware bestellt. Amazon veröffentlicht keine genauen Stückzahlen, also setzen Sie die Antwort aus dem zusammen, was das Listing zeigt.
Dieser Leitfaden zeigt, wo diese Zahlen stehen, wie ein Estimator aus einem Rang Verkäufe macht, welche kostenlosen Tools für amazon.de taugen und wie weit Sie dem Ergebnis trauen können.
Über die Autorin: Diana Walsh schreibt für das SellerSonar-Redaktionsteam über Produktrecherche, Gebühren und Marktplatzdaten auf Amazon. Jede Amazon-Regel in diesem Artikel hat sie gegen die deutschen Hilfeseiten in Seller Central geprüft, jede Tool-Angabe gegen die aktuelle Seite des Anbieters und die Beispiele gegen Listings auf amazon.de, die wir in SellerSonar verfolgen.
Was ein Sales Estimator tatsächlich tut
Amazon zeigt auf den meisten Produktseiten einen Amazon Bestseller-Rang. Der BSR ist eine relative Position innerhalb einer Kategorie. Laut den häufig gestellten Fragen zum Verkaufsrang in Seller Central wird er „anhand aller jemals getätigten Verkäufe“ berechnet, „wobei jüngere Verkäufe stärker gewichtet werden als ältere“. Die Bestsellerliste wird stündlich neu erstellt, eine Bestellung kann aber bis zu 12 Stunden brauchen, bis sie im Rang sichtbar ist.
Genaue Stückzahlen veröffentlicht Amazon nicht. Estimatoren schließen diese Lücke, indem sie Rang auf Menge abbilden. Jedes Tool baut seine eigene Kurve aus Produkten, bei denen es sowohl den Rang als auch die echten Verkäufe kennt, und liest Ihren BSR gegen diese Kurve. Deshalb liefert derselbe Rang in derselben Kategorie je nach Tool unterschiedliche Zahlen.


Die Kategorie zählt dabei genauso viel wie der Rang. Ein BSR von 5.000 in Küche, Haushalt & Wohnen steht für ein ganz anderes Volumen als ein BSR von 5.000 in einer kleinen Kategorie, weil der Rang relativ zur Zahl und zur Verkaufsgeschwindigkeit der konkurrierenden Produkte gilt. Amazon sagt es selbst: „Verkaufsränge sind relativ.“
Amazon Verkaufszahlen ermitteln: vier Schritte
Es gibt auf Amazon keinen Bericht, der Ihnen die genauen Stückzahlen eines fremden Händlers zeigt. Sie können aber die öffentlichen Signale lesen und umrechnen. Vier Prüfungen, in dieser Reihenfolge:
- Amazons eigene Kaufangabe lesen, falls das Listing eine zeigt.
- Den Rang der Hauptkategorie finden und auslesen.
- Den Rang durch zwei Estimatoren schicken und die kleinere Zahl behalten.
- Den Rang einige Wochen beobachten, bevor Sie Ware bestellen.
Zuerst Amazons eigene Zahl lesen: „im letzten Monat gekauft“
Viele Listings zeigen auf der Produktseite eine gerundete Kaufangabe. Amazon nennt das den Verkaufstrend. Die häufig gestellten Fragen zu Verkaufstrend beschreiben ihn als „eine umfangreiche Schätzung der Anzahl der Kunden“, die ein Produkt kürzlich gekauft haben. Die Daten werden mindestens täglich aktualisiert und enthalten keine Rücksendungen und Stornierungen.
Die Hilfeseite nennt als Beispiel „Mehr als 10.000 im letzten Monat gekauft“. Ein Amazon-Mitarbeiter hat im Seller-Forum geschrieben, dass Amazon regelmäßig verschiedene Formate solcher Angaben testet. Lesen Sie den Zeitraum auf der Angabe deshalb jedes Mal mit.
Vier Regeln aus Amazons Hilfeseite entscheiden, wie weit Sie sich auf diese Angabe stützen können:
- Sie zählt Kunden, nicht Einheiten. Der Verkaufstrend „entspricht nicht der Anzahl der verkauften Einheiten oder getätigten Bestellungen“. Wer drei Stück kauft, zählt einmal.
- Sie gilt für alle Verkäufer. Die Zahl umfasst alle Verkäufer, die diese ASIN anbieten. Auf einem geteilten Listing ist das das ganze Listing, nicht Ihr Anteil.
- Sie steht nicht überall. Sie erscheint erst ab einer Mindestanzahl von Käufern und wird „nicht für alle Kategorien angezeigt“.
- Varianten ändern, was sie abdeckt. Eine untergeordnete ASIN mit einem einzigen Preis zeigt die Käufer dieser Variante. Eine übergeordnete ASIN mit einer Preisspanne zeigt die Summe für die ganze Variantenfamilie.
Weil die Zahl nach unten gerundet ist, gilt sie als Untergrenze. „Mehr als 10.000“ heißt mindestens 10.000 Kunden im letzten Monat, nicht 10.000 Einheiten.
💡 Expert-Tipp: Vergleichen Sie die Kaufangabe mit der Variante, die Sie gerade ansehen. Steht ein Listing mit zwölf Farben in den Top 100, zeigt die Farbe auf dem Bildschirm aber nur eine kleine Kaufangabe, gehört der Rang vermutlich der ganzen Familie, und diese Farbe ist nur ein kleiner Teil davon.
Den BSR im Listing finden
Scrollen Sie auf der Produktseite am Desktop unter die Beschreibung zum Abschnitt Produktdaten oder Produktinformation, je nach Seitenlayout. Dort steht die Zeile Amazon Bestseller-Rang, meist weit unten. Sie zeigt einen Rang für die Hauptkategorie und darunter einen oder mehrere deutlich kleinere Ränge für Unterkategorien, zum Beispiel „Nr. 722 in Küche, Haushalt & Wohnen“ und „Nr. 9 in Thermosflaschen“.


Dieser Unterschied ist der häufigste Grund für eine falsche Schätzung. Estimatoren erwarten den Rang der Hauptkategorie. Ein Unterkategorie-Rang stammt aus einem viel kleineren Feld, und wer ihn einsetzt, macht aus einem Mittelfeldprodukt rechnerisch einen Bestseller.
Varianten sind die zweite Falle. Laut Amazons Verkaufsrang-FAQ addiert Amazon „in manchen Shops“ alle Verkäufe der untergeordneten ASINs und gibt übergeordneter und untergeordneten ASINs denselben Rang. In anderen Shops zählt Amazon jede Variante separat. Teilt sich eine Farbe den Rang mit elf anderen, gilt Ihre Schätzung für alle zwölf.
Den Rang durch einen Estimator schicken
Nehmen Sie den Rang der Hauptkategorie und die Kategorie selbst und geben Sie beides in eines der unten genannten kostenlosen Tools ein. Stellen Sie den Marktplatz auf amazon.de, denn derselbe Rang steht in Deutschland für andere Mengen als in den USA. Nach weniger als einer Minute haben Sie eine monatliche Stückzahl.
Schicken Sie dieselben Werte durch ein zweites Tool. Wo zwei Schätzungen deutlich auseinanderliegen, ist diese Abweichung selbst eine Information: Meist ist die Rang-zu-Absatz-Kurve dieser Kategorie dünn belegt, und keine der beiden Zahlen verdient viel Vertrauen. Behalten Sie die kleinere und prüfen Sie sie gegen die Kaufangabe. Liegt die Schätzung unter der Untergrenze aus dem Listing, liegt das Tool in dieser Kategorie daneben.
Prüfen, ob der Rang Bestand hat
Ein einzelner BSR-Wert ist eine Momentaufnahme. Eine Aktion, ein ausverkaufter Konkurrent oder der Beginn einer Saison kann einen Rang innerhalb weniger Tage weit verschieben. Erst die Beobachtung über einige Wochen trennt stabile Nachfrage von einem Ausschlag, den Sie zufällig erwischt haben.
So sieht das in der Praxis aus. Den Stanley Quencher 1,2 l verfolgen wir in SellerSonar auf amazon.de. Vom 19. bis 30. Oktober 2026 lag er in Thermosflaschen an jedem Tag zwischen Nr. 6 und Nr. 10. In Küche, Haushalt & Wohnen stieg er im selben Zeitraum von Nr. 679 auf Nr. 475 am 22. Oktober, fiel bis zum 27. Oktober auf Nr. 858 und stand am 30. Oktober auf Nr. 722.


Ein Estimator, gefüttert am 22. Oktober, hätte mit Rang 475 gerechnet, einer am 27. Oktober mit Rang 858. Gleiches Produkt, gleicher Monat, zwei sehr verschiedene Monatswerte. Der Unterkategorie-Rang blieb dagegen fast gleich, und genau deshalb taugt er nicht für Mengenschätzungen.
Oder die Daten von Amazon selbst nutzen
Mit dem Verkaufstarif Professionell steht Ihnen der Product Opportunity Explorer zur Verfügung. Laut Amazons Hilfeseite gibt er „Einblicke in das Stöber- und Kaufverhalten von Amazon Kunden“, gruppiert nach Nischen. Sie finden ihn in Seller Central unter Wachstum. Wählen Sie oben rechts unter „Möglichkeiten finden in“ den deutschen Store, denn beim ersten Besuch zeigt das Tool den US-Store an.
Das sind Amazons eigene Daten und keine Ableitung aus einem Rang. Für die Einschätzung eines Marktes schlägt das jede Schätzung von außen. Amazon selbst nennt das Tool aber „nur als Leitfaden“ und gibt keine Garantie für einen bestimmten Umsatz.
Die andere Hälfte ist Amazons kostenloser Einnahmenrechner. Laut seiner Hilfeseite berechnet er aus Ihrer Umsatzprognose den Gesamterlös und die voraussichtlichen Zahlen pro Einheit. Verkaufszahlen schätzt er also nicht für Sie, aber er macht aus Ihrer Schätzung Gebühren und Gewinn.
Eigene Verkaufszahlen in Seller Central sehen
Gehört das Produkt Ihnen, brauchen Sie keine Schätzung. In Seller Central finden Sie unter Statistiken & Berichte den Kennzahlenmonitor Verkäufe. Er enthält „Aktuelle Verkäufe“, „Verkaufszahlen vergleichen“ und eine genaue Betrachtung Ihrer ASIN-Leistung. Laut Amazon werden die Daten etwa stündlich aktualisiert. Die Funktion steht nur im Verkaufstarif Professionell zur Verfügung.
Ihre eigenen Zahlen sind auch der beste Test für ein Tool. Geben Sie den Hauptrang und die Kategorie Ihres eigenen Produkts in einen Estimator ein und vergleichen Sie das Ergebnis mit Ihren echten Monatsabsätzen. Die Abweichung zeigt Ihnen, wie weit Sie dem Tool in Ihrer Kategorie trauen können.
Die besten Amazon Sales Estimatoren
Amazon hat am 29. August 2025 auf seinem US-Verkäuferblog eine Übersicht kostenloser Sales Estimatoren veröffentlicht (auf Englisch). Sie nennt den Einnahmenrechner, den Product Opportunity Explorer und drei Drittanbieter: Jungle Scout, Helium 10 und AMZScout. So schneiden sie für amazon.de ab, ergänzt um ein neueres Tool, das mit Amazons Kaufangabe trainiert.
| Tool | Kosten | Eingaben | amazon.de |
|---|---|---|---|
| Helium 10 Sales Estimator | Kostenlos, 5 Abfragen ohne Konto | BSR, Marktplatz, Listenpreis, Kategorie | Ja, im Marktplatz-Menü |
| Seller Assistant Sales Estimator | Kostenlos für einzelne Produkte, ohne Konto | BSR und Kategorie oder eine ASIN | Ja, im Marktplatz-Menü |
| AMZScout Sales Estimator | Kostenlos | BSR, Marktplatz, Kategorie | Länderauswahl laut Amazons Übersicht |
| Jungle Scout Sales Estimator | Kostenlose tägliche Schätzungen, mehr mit Abo | BSR, Marktplatz, Kategorie | Länderauswahl laut Amazons Übersicht |
| Product Opportunity Explorer | Im Verkaufstarif Professionell enthalten (39 € pro Monat zzgl. USt.) | Kategorie, Suchbegriff oder ASIN | Ja, Store-Auswahl „Möglichkeiten finden in“ |
Kosten und Grenzen laut den Seiten der Anbieter, Amazons Übersicht und Amazons deutscher Preisseite, geprüft am 30. Oktober 2026.
Helium 10 Sales Estimator
Der Sales Estimator von Helium 10 erlaubt fünf Abfragen ohne Anmeldung, ein kostenloses Konto schaltet weitere frei. Im Marktplatz-Menü steht amazon.de. Als einziges der drei klassischen Tools nimmt er neben dem Rang auch den Listenpreis und liefert damit geschätzten Umsatz zusätzlich zur Stückzahl. Die Oberfläche ist englisch.
AMZScout Sales Estimator
Ein schlanker Rechner in drei Schritten: Marktplatz wählen, Kategorie wählen, BSR eintragen. Amazons Übersicht beschreibt ihn als kostenloses Tool, das aus Kategorie, BSR und dem jeweiligen Amazon-Store eine monatliche Verkaufsschätzung liefert. Nach dem Preis fragt er nicht, Sie bekommen also Stückzahlen statt Umsatz. Nützlich als Zweitmeinung, wenn eine andere Zahl unplausibel wirkt.
Jungle Scout Sales Estimator
Der Estimator von Jungle Scout fragt Marktplatz, Kategorie und BSR ab. In Amazons Übersicht lieferte er für ein Kauspielzeug für Hunde auf Rang 516 in Pet Supplies (amazon.com) 11.640 geschätzte Verkäufe pro Monat. Amazon beschreibt ihn als kostenlos für eine begrenzte Zahl täglicher Schätzungen, mit mehr im Abo. Abonnenten finden ihn zusätzlich in der Jungle-Scout-App.
Seller Assistant und Estimatoren, die mit der Kaufangabe trainieren
Eine neuere Art von Estimator kalibriert auf Amazons Verkaufstrend statt auf einer privaten Stichprobe. Der kostenlose Sales Estimator von Seller Assistant gibt an, dass seine Modelle aus Amazons „bought in past month“-Angabe lernen und jeden Monat pro Hauptkategorie und Marktplatz neu trainiert werden. amazon.de ist auswählbar, einzelne Produkte sind ohne Konto kostenlos. Weil die Kaufangabe gerundet ist, empfiehlt das Tool selbst, das Ergebnis als Größenordnung zu lesen.
Product Opportunity Explorer
Amazons eigenes Tool, und das einzige hier, das nichts aus einem Rang ableitet. Sie suchen nach Kategorie, Suchbegriff oder ASIN und sehen, wonach Kunden gesucht und was sie gekauft haben, geordnet nach Nischen. Eine Nische ist laut Amazon „eine Sammlung von Kundensuchbegriffen und Produkten, die einen spezifischen Kundenwunsch widerspiegeln“. Das Tool setzt den Verkaufstarif Professionell für 39 € pro Monat zzgl. USt. plus Verkaufsgebühren voraus.
Verkaufszahlen von Büchern aus dem BSR schätzen
Viele, die nach einem „BSR Rechner“ suchen, sind Autorinnen und Autoren, keine Produktverkäufer. Bücher und Kindle-Titel haben eigene Ranglisten, und allgemeine Produkt-Estimatoren sind dafür nicht gebaut. Nehmen Sie einen Rechner, der für Bücher gemacht ist. Wenn Sie über KDP veröffentlichen, stehen Ihre eigenen Verkäufe in den KDP-Berichten. Die Grundlagen erklärt unser Leitfaden zu Amazon KDP.
Was wir weggelassen haben, und warum
Zwei Tools, die in älteren Listen auftauchen, auch in einer früheren Fassung dieses Artikels, gehören nicht mehr dazu.
HelloProfit ist eine Analyse- und PPC-Software für das eigene Verkäuferkonto. Sie berichtet Ihre Verkäufe, nicht die anderer, und kann damit die Aufgabe eines Sales Estimators gar nicht erfüllen. Auf der Website steht noch ein Copyright-Hinweis aus dem Jahr 2018.
Unicorn Smasher steht zwar noch im Chrome Web Store, der Eintrag wurde aber zuletzt im September 2024 aktualisiert, und in Amazons eigener Übersicht taucht das Tool nicht auf. Mit besser gepflegten kostenlosen Alternativen lohnt sich die Installation dafür nicht.
Einen breiteren Vergleich kostenpflichtiger Suiten finden Sie in unserem Überblick über Amazon Produktrecherche Tools.
Wie genau sind Schätzungen?
Behandeln Sie jede Zahl als Größenordnung, nicht als Messwert. Sie reicht, um ein Produkt mit 50 Stück im Monat von einem mit 5.000 zu unterscheiden, und genau das ist meist die Entscheidung. Für eine Finanzplanung reicht sie nicht.


Vier Dinge ziehen die Schätzung von der Realität weg:
- Kategoriegröße. Die Rang-zu-Absatz-Kurve ist an der Spitze großer Kategorien am steilsten. Dort bedeutet eine kleine Rangänderung eine große Mengenänderung, und ein veralteter BSR-Wert verzerrt die Antwort erheblich.
- Saisonalität. Ein Rang, der während des Prime Day oder im vierten Quartal abgelesen wurde, steht für diese Woche, nicht für das Jahr. Estimatoren liefern trotzdem einen Monatswert.
- Varianten. Teilen sich übergeordnete und untergeordnete ASINs einen Rang, gilt die Schätzung für die ganze Familie, nicht für die Farbe oder Größe, die Sie gerade ansehen.
- Stichprobenverzerrung. Jede Kurve entsteht aus den Produkten, zu denen das jeweilige Tool Daten hat. Das ist der Hauptgrund, warum zwei Tools bei identischer Eingabe nicht übereinstimmen.
Praktisch heißt das: denselben BSR durch zwei Tools schicken, die kleinere Zahl nehmen, sie gegen die Kaufangabe prüfen und erst entscheiden, wenn der Rang ein paar Wochen gehalten hat.
🎯 Profi-Einblick: Die Rangbewegung sagt mehr als jede einzelne Schätzung. Ein Produkt, das das ganze Jahr in den Top 1.000 stand, ist eine sicherere Wette als eines, das im November eine Woche lang in den Top 100 auftauchte.
Die Schätzung ist nur die halbe Rechnung
Ein Sales Estimator sagt Ihnen, wie viele Einheiten ein Produkt vermutlich bewegt. Er sagt Ihnen nicht, was davon bei Ihnen bleibt. Zwei Produkte mit identischem Volumen können völlig verschiedene Margen abwerfen, sobald Verkaufsgebühr, Versandgebühr der jeweiligen Größenklasse, Einkaufspreis und Anlieferung abgezogen sind.
Diese zweite Rechnung gehört vor die Produktentscheidung, nicht danach. Unser kostenloser Amazon FBA Rechner zeigt Ihnen die Amazon-Gebühren und die verbleibende Marge. Wie Sie das Ergebnis lesen, erklärt unsere Anleitung zum FBA-Kostenrechner, und alle Gebührenposten im Überblick stehen im Leitfaden zu den Amazon Verkäufergebühren.
Erst der Estimator für die Nachfrage, dann der Rechner für die Frage, ob sich diese Nachfrage lohnt. Ein Produkt mit 2.000 Einheiten im Monat bei zwei Euro Marge ist ein schlechteres Geschäft als eines mit 300 bei fünfzehn.
Ein Rechenbeispiel von Anfang bis Ende
Die Zahlen unten sind ein Beispiel und kein echtes Produkt, aber die Kette ist die, der Sie folgen sollten.
Ein Küchenartikel auf amazon.de hat einen BSR von 4.300 in Küche, Haushalt & Wohnen, kostet 24,99 € und zeigt als Beispiel „Mehr als 500 im letzten Monat gekauft“. Das sind mindestens 500 Kunden im Monat. Zwei Estimatoren liefern 900 und 650 Einheiten im Monat. Beide liegen über der Untergrenze aus dem Listing, keine ist also offensichtlich falsch. Nehmen Sie die kleinere Zahl: Wer die Nachfrage überschätzt, sitzt auf Ware, die sich nicht bewegt, und zahlt Lagergebühren obendrauf.
Bei 650 Einheiten zu 24,99 € sind das 16.243,50 € im Monat, die Käufer bezahlen. Jetzt der Teil, den der Estimator nicht liefert:
- Verkaufsgebühr: Laut Amazons deutscher Preisseite beträgt sie für Küche 15 %. Berechnet wird sie auf den Gesamtverkaufspreis, also „den vom Käufer zu zahlenden Gesamtbetrag“. Hier sind das rund 2.440 € im Monat.
- Umsatzsteuer: Im Preis für Privatkunden steckt die Umsatzsteuer. Sie ist kein Umsatz, den Sie behalten. Welche Sätze und Regeln für Sie gelten, klären Sie mit Ihrem Steuerberater.
- Einkaufspreis: Bei 7 € pro Einheit inklusive Anlieferung sind das 4.550 €.
- Versandgebühr: einige Euro pro Einheit bei Versand durch Amazon, je nach Größe und Gewicht.
- Alles andere: Lagergebühren, Rücksendungen und Werbung gehen vom Rest ab.
Hätte das Listing nur „Mehr als 50 im letzten Monat gekauft“ gezeigt, wären beide Schätzungen verdächtig. Dann beobachten Sie den Rang zuerst ein paar Wochen, bevor Sie rechnen. Die Umsatzzeile sah nach einem Geschäft aus. Ob die Margenzeile es auch tut, beantwortet ein FBA-Rechner, nicht ein Estimator.
Von der einmaligen Schätzung zur laufenden Beobachtung
Geschätzt wird einmal, während der Entscheidung. Beobachtet wird laufend, und das ist der Teil, den die meisten auslassen. Erst die Beobachtung zeigt, ob die Entscheidung sechs Monate später noch stimmt.
Derselbe BSR, der eine Schätzung speist, verändert sich ständig. Wenn der Rang eines Wettbewerbers stetig steigt, hat er etwas gefunden: eine Preisänderung, ein neues Keyword, eine Aktion, mehr Bewertungen. Wenn Ihrer fällt, ohne dass Sie am Preis gedreht haben, ist etwas mit Ihrem Listing passiert. Beides zeigt keine einmalige Schätzung.
📌 Aus unserer Erfahrung: Beobachten Sie den Rang der Hauptkategorie, täglich, mindestens zwei bis vier Wochen lang. Der Stanley Quencher lag Ende Oktober 2026 in Thermosflaschen fast unverändert in den Top 10, während sein Hauptrang um fast 400 Plätze schwankte. Erst der Hauptrang zeigt, wie stark sich die Nachfrage tatsächlich bewegt.
SellerSonar übernimmt das Beobachten für Sie. Es schätzt keine Verkaufszahlen, sondern hält fest, was Amazon anzeigt:
- Rangverlauf. Täglicher BSR in Haupt- und Unterkategorie für Ihre Produkte und für Wettbewerber-ASINs, auf jedem der 23 Amazon-Marktplätze, auch auf solchen, auf denen Sie noch nicht verkaufen.
- Rang-Benachrichtigungen. Benachrichtigungen bei verbessertem oder verschlechtertem BSR lösen standardmäßig bei einer Änderung von 20 % aus. Sie können den Schwellenwert in Prozent oder Positionen festlegen, oder 0 % für jede Änderung.
- Die Gründe neben dem Rang. Preis, Bewertung, Rezensionszahl und Listing-Änderungen für dieselben ASINs, sodass eine Rangbewegung gleich mit ihrer wahrscheinlichen Ursache kommt.
Geprüft wird alle 4 Stunden im Pro-Tarif, alle 2 Stunden im Premium-Tarif und bis zu stündlich in den Tarifen Business und Enterprise. Eine Benachrichtigung geht bei der Prüfung raus, die die Änderung findet.
Fazit
Kein Tool sieht die genauen Verkäufe eines anderen Händlers. Sie können die Signale aber stapeln: Amazons gerundete Kaufangabe als Untergrenze, den Rang der Hauptkategorie durch zwei Estimatoren und den Rangverlauf über einige Wochen.
Unsere Empfehlungen: Lesen Sie zuerst die Kaufangabe und ihren Zeitraum. Verwenden Sie den Rang der Hauptkategorie, nie den einer Unterkategorie. Behalten Sie die kleinere von zwei Schätzungen, testen Sie Ihre Tools an Ihren eigenen Verkaufszahlen und rechnen Sie die Gebühren durch, bevor Sie bestellen. Beobachten Sie den Rang danach weiter, denn die Antwort ändert sich mit der Saison.
Wenn SellerSonar diesen Rangverlauf für Sie festhalten soll, können Sie es 14 Tage kostenlos testen, mit 5 ASINs und 10 Keywords und ohne Kreditkarte.
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