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Amazon Pay ist der Bezahldienst von Amazon für andere Online-Shops. Sie klicken an der Kasse auf den Amazon-Pay-Button und zahlen mit den Karten, Bankkonten und Adressen, die schon in Ihrem Amazon-Konto hinterlegt sind, ohne Zusatzkosten. Der Shop zahlt pro Transaktion eine Gebühr: in Deutschland 1,9 % plus 0,35 € bei weniger als 50.000 € Zahlungsvolumen im Monat. Händler brauchen dafür ein eigenes Amazon Payments-Händlerkonto, auch wenn sie schon bei Amazon verkaufen. Amazon Pay ist nicht dasselbe wie Verkaufen bei Amazon: Shop, Preise und Kunden bleiben bei Ihnen.


Den Amazon-Pay-Button sehen Sie inzwischen in vielen deutschen Online-Shops, die mit Amazon sonst nichts zu tun haben. Er sieht aus wie eine Abkürzung zur Kasse, und genau das ist er. Dahinter steckt aber ein vollständiger Zahlungsdienst mit eigenen Gebühren, Auszahlungsregeln und einer Rücklage für neue Händler.

Dieser Leitfaden erklärt zuerst, wie Amazon Pay für Käufer funktioniert. Danach geht es um Händler mit eigenem Onlineshop: was Amazon Pay in Deutschland kostet, wie Sie sich registrieren, wann das Geld ankommt und was die Monatsabrechnung für Sie bedeutet.


Über die Autorin: Gloria Anderson schreibt für das SellerSonar-Redaktionsteam über Amazon-Programme, Gebühren und Marktplätze. Jede Regel und jede Zahl in diesem Artikel hat sie am 31. Oktober 2026 auf den deutschen Hilfeseiten von Amazon Pay (pay.amazon.de) geprüft.


Was ist Amazon Pay?

Amazon Pay ist ein Zahlungsdienst von Amazon, mit dem Sie in fremden Onlineshops und Apps bezahlen, ohne dort Ihre Zahlungs- und Adressdaten neu einzugeben. Die Käufer-FAQ von Amazon Pay beschreibt es so: ein Service, mit dem Sie „die bereits in deinem Amazon-Konto hinterlegten Zahlungsarten nutzen“ können, „um auch auf Websites von Dritten für Waren oder Dienstleistungen zu bezahlen“. Betreiber in Europa ist Amazon Payments Europe S.C.A. mit Sitz in Luxemburg.

Amazon Pay hat zwei Seiten:

  • Für Käufer ist es eine schnellere Art zu bezahlen. Eine eigene Registrierung gibt es nicht, und Gebühren fallen nicht an.
  • Für Händler ist es eine Zahlungsart, die Sie in Ihren eigenen Shop einbauen, neben Kreditkarte, PayPal oder Rechnungskauf. Amazon wickelt die Zahlung ab und zahlt Ihnen das Geld aus.

Amazon Pay heißt außerdem der Bereich in Ihrem Amazon-Konto, in dem Sie Ihre Zahlungsarten verwalten. Beides ist derselbe Dienst.

Wie funktioniert Amazon Pay?

Für Käufer

  1. Sie legen in einem Shop, der Amazon Pay anbietet, Artikel in den Warenkorb und klicken an der Kasse auf den Amazon-Pay-Button.
  2. Sie melden sich mit Ihren Amazon-Zugangsdaten an. Beim ersten Mal akzeptieren Sie die Nutzungsbedingungen von Amazon Pay.
  3. Sie wählen eine hinterlegte Zahlungsart und Lieferadresse. Ein neues Kundenkonto oder Passwort brauchen Sie nicht.
  4. Sie schließen die Bestellung ab. Amazon Pay schickt Ihnen eine E-Mail zur Autorisierung, der Shop versendet die Ware selbst.
Amazon-Pay-Button an der Kasse der Demo-Website von Amazon Pay Deutschland
Der Amazon-Pay-Button an der Kasse der Demo-Website von Amazon Pay (pay.amazon.de/demo), 31. Oktober 2026.

Laut der Seite Akzeptierte Zahlungsarten können Sie in Deutschland mit Amazon Pay so bezahlen:

  • Kreditkarte: Visa, Mastercard und American Express
  • Debitkarte: Visa Electron, Visa Debit und Maestro
  • Bankeinzug (SEPA-Lastschrift) von einem Euro-Konto in einem der 34 SEPA-Länder
  • Monatsabrechnung, wenn Sie berechtigt sind und eine Rechnungsadresse in Deutschland, Österreich oder Finnland haben (mehr dazu unten)

Manche Shops lassen nur Visa und Mastercard zu. Das sehen Sie im Bestellvorgang.

Wird Amazon Pay vom Konto abgezogen? Amazon Pay ist kein eigenes Guthabenkonto. Belastet wird die Zahlungsart, die Sie wählen: die Karte, Ihr Bankkonto per Lastschrift oder, bei der Monatsabrechnung, erst die Sammelrechnung im Folgemonat. Laut Amazon wird der Betrag erst abgebucht, wenn der Händler die Zahlung einzieht (Capture).

Der Shop bekommt Ihre vollständige Karten- oder Kontonummer nicht. Er erhält die Daten, die er für die Bestellung braucht, also Name, E-Mail-Adresse und Lieferadresse, und unter Umständen die letzten 4 Ziffern und den Typ Ihrer Karte. Auf Ihrer Kreditkartenabrechnung erscheint die Zahlung als „AMZ*[Name des Händlers] amzn.com/pmts“.

Ein paar Grenzen, an die Käufer stoßen:

  • Amazon.de-Geschenkgutscheine können Sie mit Amazon Pay nicht einlösen.
  • Bestellungen mit Amazon Pay können nicht an einen Amazon Locker geliefert werden.
  • Ohne Amazon-Konto geht es nicht. Einen Gastzugang hat Amazon Pay nicht.
  • Stornieren kann nur der Shop. Amazon Pay kann eine bezahlte Bestellung nicht für Sie ändern oder stornieren.

Für Händler

Für Händler sieht der Weg von der Anmeldung bis zur ersten Auszahlung so aus:

  1. Registrieren auf pay.amazon.de. Dabei entsteht ein Amazon Payments-Händlerkonto in Seller Central. Wichtig: Laut der Anleitung Registrierungsvorgang starten können Sie kein vorhandenes Konto für Verkaufen bei Amazon verwenden, und die E-Mail-Adresse darf „nicht mit der Adresse eines anderen Amazon-Kontos übereinstimmen“.
  2. Verifizieren lassen. Amazon prüft Ihre Identität und Ihr Unternehmen. Mit korrekten Angaben dauert das laut Amazon bis zu 7 Werktage.
  3. Shop anbinden über ein Plugin (Shopware, JTL, OXID, WooCommerce, Adobe Commerce und andere), einen Zahlungsdienstleister wie Stripe, Computop oder PAYONE oder eine eigene Integration.
  4. Bestellungen annehmen. Der Kunde zahlt mit Amazon Pay, Amazon autorisiert die Zahlung.
  5. Zahlung einziehen (Capture). Erst damit wird der Betrag beim Käufer abgebucht. Versenden Sie nur an die Adresse, die Amazon Pay Ihnen übermittelt.
  6. Auszahlung erhalten auf Ihr Bankkonto, abzüglich Gebühren und einer eventuellen Rücklage.

Amazon Pay unterstützt Sofortzahlungen, spätere Zahlungen (etwa bei Vorbestellungen), Teilzahlungen bei mehreren Lieferungen, wiederkehrende Zahlungen und Abonnements, digitale Waren und Erstattungen. Crowdfunding und Produkte für Erwachsene sind laut Händler-FAQ ausgeschlossen.

Was kostet Amazon Pay?

Für Käufer nichts. Laut Amazon fallen „weder Gebühren für Transaktionen, Mitgliedschaften, Währungsumrechnungen oder Auslandstransaktionen“ an. Ihr Kartenaussteller kann aber eine eigene Auslandsgebühr berechnen, wenn der Shop in einem anderen Land sitzt.

Für Händler gibt es keine Einrichtungs- oder Monatsgebühr, aber für jede erfolgreiche Zahlung eine Bearbeitungsgebühr und eine Autorisierungsgebühr.

Amazon Pay Gebühren in Deutschland

Gebühr Höhe Wann sie anfällt
Bearbeitungsgebühr 1,9 % des Transaktionsbetrags Pro Capture, bei weniger als 50.000 € Zahlungsvolumen im Monat
Autorisierungsgebühr 0,35 € pro Autorisierung Bei jeder Autorisierung, nicht erstattungsfähig
Gebühr für Monatsabrechnung 2,45 % statt 1,9 % Nur wenn der Kunde per Monatsabrechnung zahlt (Händler mit Sitz in Deutschland)
Grenzüberschreitende Transaktion 0 % bis 3,3 % zusätzlich Für Zahlungsmittel von außerhalb des EWR, des Vereinigten Königreichs und der Schweiz
Währungsumrechnung 0,5 % über dem Großhandelskurs Nur bei Zahlungen in einer anderen Währung
Rückbuchungsstreitigkeit 20 € zzgl. MwSt. Nur wenn Sie eine Rückbuchung anfechten, die nicht durch die Zahlungsschutzrichtlinie gedeckt ist

Die Zahlen stammen aus der länderspezifischen Gebührenübersicht von Amazon Pay. Der Transaktionsbetrag ist der Bruttobetrag, den der Kunde zahlt: Artikel einschließlich Umsatzsteuer, plus Versand, minus Aktionsrabatte. Ab 50.000 € Zahlungsvolumen im Monat, gerechnet im Durchschnitt der drei Monate vor Ihrem Antrag, können Sie einen Volumenrabatt beantragen.

Gebührenübersicht von Amazon Pay für Deutschland: unter 50.000 EUR monatlichem Zahlungsvolumen 1,9 % Bearbeitungsgebühr und 0,35 EUR Autorisierungsgebühr, Gebühr für Monatsabrechnung 2,45 %
Die Gebührenübersicht für Deutschland auf pay.amazon.de, 31. Oktober 2026.

Was das pro Bestellung heißt: Bei 100 € zahlen Sie 1,90 € Bearbeitungsgebühr plus 0,35 €, also 2,25 €. Bei 20 € sind es 0,38 € plus 0,35 €, also 0,73 € oder 3,65 % des Bestellwerts.

Amazon Pay Gebühren für Händler in Deutschland: bei 20 Euro 0,73 Euro Standard und 0,84 Euro mit Monatsabrechnung, bei 100 Euro 2,25 Euro und 2,80 Euro, bei 500 Euro 9,85 Euro und 12,60 Euro
Amazon-Pay-Gebühren für Händler mit Sitz in Deutschland bei drei Bestellwerten, berechnet aus der Gebührenübersicht vom 31. Oktober 2026.

Wenn Sie eine Bestellung erstatten, bekommen Sie die Bearbeitungsgebühr und eine eventuelle Gebühr für grenzüberschreitende Transaktionen zurück. Die Autorisierungsgebühr und die Gebühr für Rückbuchungsstreitigkeiten behält Amazon.

💡 Expertentipp: Rechnen Sie mit Ihrem echten Warenkorb, nicht mit dem Prozentsatz. Bei einem Bestellwert von 20 € ist die feste Autorisierungsgebühr von 0,35 € fast die Hälfte der gesamten Gebühr. Shops mit vielen kleinen Bestellungen zahlen deshalb effektiv deutlich mehr als 1,9 %.

Deutschland hat den niedrigsten Satz in Europa. Händler mit Sitz in Österreich oder der Schweiz zahlen laut derselben Übersicht 2,9 % plus 0,35 €, in Frankreich und Spanien sind es 2,7 %, in Italien, Belgien und den Niederlanden 3,4 %, jeweils bei weniger als 10.000 € im Monat. Maßgeblich ist das Land, in dem Ihr Unternehmen sitzt, nicht das Land Ihrer Kunden.

Für Karten von außerhalb gilt ein Zuschlag: 0 % innerhalb des EWR und zwischen EWR, Vereinigtem Königreich und Schweiz, 2 % für Karten aus den USA und Kanada, 3 % zum Beispiel für die Türkei und die Ukraine und 3,3 % für den Rest der Welt.

Amazon Pay über Stripe

Wenn Ihr Shop Zahlungen über Stripe abwickelt, können Sie Amazon Pay dort freischalten. Laut der Seite Amazon Pay auf Stripe fallen dann „keine zusätzlichen Gebühren (über die üblichen Kartengebühren hinaus)“ für Amazon-Pay-Transaktionen an. Bestellungen, Rückbuchungen, Erstattungen und Auszahlungen verwalten Sie dann im Stripe-Dashboard, ausgezahlt wird nach Ihrem Stripe-Tarif.

Amazon Pay auf Rechnung: die Monatsabrechnung

Viele suchen nach „Amazon Pay auf Rechnung“. Die Antwort heißt Monatsabrechnung. Laut der Seite Monatsabrechnung mit Amazon Pay funktioniert sie so:

  • Ihre Einkäufe auf Amazon.de und in teilnehmenden Shops eines Monats landen auf einer Sammelrechnung.
  • Sie bezahlen die Rechnung innerhalb der ersten 14 Tage des Folgemonats per Lastschrift oder Überweisung.
  • Sie brauchen eine Rechnungsadresse in Deutschland, Österreich oder Finnland. Amazon prüft bei jeder Bestellung Bonität und Betrugsrisiko und zeigt die Zahlungsart nur, wenn Sie berechtigt sind.
  • Angeboten wird sie nur in ausgewählten Shops, die physische Waren verkaufen.

Für Händler ist die Monatsabrechnung ein Sonderfall: Laut der Richtlinie zur Monatsabrechnung gilt sie nur für Amazon-Pay-Händler mit Sitz in Deutschland und wird berechtigten Händlern automatisch freigeschaltet. Amazon übernimmt die Forderung gegenüber dem Kunden zum Zeitpunkt der Abwicklung und zahlt Sie nach Ihrem üblichen Auszahlungsplan aus, auch wenn der Kunde später nicht zahlt. Dafür kostet diese Zahlungsart 2,45 % statt 1,9 %. Abschalten können Sie sie in Seller Central im Bereich Zahlungen.

Ratenzahlung bietet Amazon Pay in Deutschland derzeit nicht mehr an: Der Barclays Finanzierungsrahmen ist seit dem 9. November 2025 keine Zahlungsart für Amazon Pay mehr. Laufende Ratenzahlungen werden laut Amazon wie vereinbart weitergeführt.

Ist Amazon Pay sicher?

Amazon Pay gibt Ihre vollständigen Karten- und Bankdaten nicht an den Shop weiter. Dazu kommen drei Schutzmechanismen:

  • A-bis-z-Garantie von Amazon Pay. Sie gilt laut Garantiebedingungen für physische Waren, wenn die Ware nicht ankommt, defekt oder beschädigt ist oder erheblich von der Beschreibung abweicht, wenn eine vereinbarte Erstattung ausbleibt oder mehr abgebucht wurde als autorisiert. Erstattet werden bis zu 2.500 € einschließlich Versand. Einen Antrag können Sie frühestens 15 Tage nach der Abbuchung stellen, danach haben Sie 75 Tage Zeit. Dienstleistungen, digitale Produkte und Spenden sind ausgeschlossen.
  • Nicht autorisierte Abbuchungen melden Sie Amazon Pay spätestens 13 Monate nach der Transaktion. Wenn Sie nicht betrügerisch oder fahrlässig gehandelt haben, haften Sie laut Amazon nicht dafür.
  • Zusätzliche Prüfungen. Bei Kartenzahlungen leitet Amazon Pay Sie unter Umständen zu Ihrer Bank weiter, wo Sie die Zahlung mit Einmalcode, Bank-App oder Fingerabdruck bestätigen.

Bei Problemen mit einer Bestellung ist zuerst der Shop zuständig, auch für Erstattungen. Antwortet er nicht innerhalb von 3 Werktagen, können Sie sich an den Kundenservice von Amazon Pay wenden. Ihre Zahlungen sehen Sie, wenn Sie sich auf pay.amazon.de als Käufer anmelden: Einmalige Käufe stehen im Tab „Aktivität“, Abonnements unter „Händlervereinbarungen“.

Wer kann Amazon Pay als Händler nutzen?

Amazon Pay funktioniert in Ihrem eigenen Onlineshop oder Ihrer App. Laut der deutschen Händler-FAQ muss Ihr Unternehmen in einem dieser Länder niedergelassen sein:

  • Deutschland, Österreich und die Schweiz
  • Dänemark, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Portugal, Schweden, Spanien, Ungarn und Zypern
  • das Vereinigte Königreich

Belgien fehlt in dieser Liste, hat in der Gebührenübersicht aber einen eigenen Tarif. Außerhalb Europas nimmt Amazon Pay Händler in den USA und Japan an. Ihre Kunden dürfen aus aller Welt kommen.

Für die Registrierung brauchen Sie in der Regel:

  • eine E-Mail-Adresse, die zu keinem anderen Amazon-Konto gehört
  • einen Ausweis (Reisepass oder Personalausweis) und, je nach Rechtsform, einen Handelsregisterauszug
  • die Namen aller wirtschaftlich Berechtigten mit mindestens 25 % Anteil
  • ein Bankkonto für Auszahlungen und eine Kreditkarte, die Amazon belastet, falls Ihr Händlerkonto ins Minus rutscht
  • die HTTPS-Adressen der Seiten, auf denen der Button erscheinen soll

Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer ist optional. Sie brauchen sie aber, wenn Sie die Rechnungsadresse Ihrer Kunden erhalten möchten.

Technisch bindet Amazon Pay laut seiner Partnerseite unter anderem Shopware, JTL, OXID, pixi, WooCommerce, Adobe Commerce, PlentyONE und den Marktplatz hood.de an, dazu Zahlungsdienstleister wie Computop und PAYONE. Je nach Lösung und technischer Konfiguration kann die Integration laut Amazon in weniger als 15 Minuten erledigt sein.

Wie Amazon Pay Händler auszahlt

Hier widersprechen sich Amazons eigene Seiten. Die Händler-FAQ sagt: „Wir verarbeiten Auszahlungen täglich. Es dauert 1 bis 2 Werktage, bis eine Zahlung abgeschlossen ist und auf Ihrem Bankkonto erscheint.“ Die Hilfeseite Auszahlung von Guthaben sagt dagegen, Amazon Pay begleiche Ihr Konto „im Regelfall“ erst 14 Tage nach dem ersten Werktag, an dem die Transaktion abgeschlossen wurde. Planen Sie zu Beginn mit der längeren Frist.

Zwei Regeln gelten in jedem Fall: Sie bekommen nur Geld für Bestellungen, deren Zahlung Sie eingezogen haben (Capture). Und wenn Sie Ihr Bankkonto neu hinterlegen oder ändern, gibt es aus Sicherheitsgründen drei Tage lang keine Auszahlungen.

Die Rücklage von Amazon Pay

Neue Händler bekommen ihr Geld nicht sofort vollständig. Die Rücklagenrichtlinie von Amazon Pay kennt in Deutschland zwei Standardkategorien:

Rücklage bei Amazon Pay in Deutschland: Kategorie I hält 100 Prozent der Zahlungen 7 Tage zurück, Kategorie II nach 3 Monaten und 100 Bestellungen die Tageszahlungen im 30-Tage-Durchschnitt mal Rate an Bestellmängeln; Auszahlung täglich in 1 bis 2 Werktagen laut FAQ, 3 Tage Sperre nach Änderung des Bankkontos
Rücklagenkategorien und Auszahlungsregeln von Amazon Pay für Händler in Deutschland, laut den Hilfeseiten auf pay.amazon.de, abgerufen am 31. Oktober 2026.
  • Rücklagenkategorie I (neue Händler): Amazon Pay behält 100 % der Zahlungen 7 Tage lang ein, oder den Betrag aller offenen Streitfälle, je nachdem, was höher ist. Bei einer fortlaufenden Rücklage von 7 Tagen sind die Verkäufe vom ersten Tag am achten Tag verfügbar.
  • Rücklagenkategorie II: Nach 3 Monaten und mindestens 100 Bestellungen behält Amazon den Durchschnitt Ihrer täglichen Zahlungen über 30 Tage multipliziert mit Ihrer Rate an Bestellmängeln ein, oder die offenen Streitfälle, je nachdem, was höher ist.
  • Vorzeitige Hochstufung: Mit 100 abgeschlossenen Bestellungen und einer Rate an Bestellmängeln unter 1 % können Sie Kategorie II beim Händlersupport beantragen. Amazon prüft einen solchen Antrag höchstens einmal alle 6 Monate.

Die Rate an Bestellmängeln ist der Anteil Ihrer Bestellungen mit einem A-bis-z-Garantieantrag oder einer Rückbuchung. Amazon zählt dabei jeden Antrag, auch zurückgezogene. Mehr dazu in unserem Glossar zur Order Defect Rate. Amazon kann außerdem für jedes Konto eine eigene Rücklage festlegen, etwa bei Vorbestellungen oder langen Lieferzeiten.

🎯 Profi-Einblick: Planen Sie die erste Verkaufswoche als gebundenes Geld ein. Wer in den ersten 7 Tagen 7.000 € über Amazon Pay umsetzt, sollte dieses Geld nicht für Wareneinkauf verplanen, bevor die Rücklage es freigibt.

Wenn Sie auch auf dem Amazon-Marktplatz verkaufen, laufen diese Auszahlungen getrennt über Ihr Konto für Verkaufen bei Amazon. Wie der Start dort aussieht, zeigt unser Leitfaden Amazon FBA starten.

Was sich bei Amazon Pay in Deutschland geändert hat

Datum Änderung Was das für Händler bedeutet
29. Juli 2022 Monatsabrechnung für Amazon-Pay-Händler Händler mit Sitz in Deutschland bieten Kauf auf Rechnung ohne Ausfallrisiko an, zum Satz von 2,45 % plus 0,35 €
9. November 2025 Barclays Finanzierungsrahmen eingestellt Keine Ratenzahlung mehr über Amazon Pay; laufende Raten werden weitergeführt
Geprüft am 31. Oktober 2026 Gebühr in Deutschland: 1,9 % plus 0,35 € Niedrigster Satz in Europa, Grenze für den Standardsatz 50.000 € im Monat

Viele englischsprachige Artikel über Amazon Pay beschreiben Funktionen, die es nur in den USA gibt: Express Payout (Auszahlung innerhalb von 24 Stunden), Ratenzahlung über Affirm oder Citi Flex Pay, die Amazon Store Card, Buy with Prime und die seit dem 23. September 2026 angebotene Prime-Lieferung für Websites von Händlern mit Multi-Channel Fulfillment. Diese Funktionen richten sich laut Amazon an Händler in den USA, auf pay.amazon.de kommt keine davon vor. Auch die US-Gebühr von 2,9 % plus 0,30 $ gilt hier nicht.

Amazon Pay und andere Namen für Amazon-Zahlungen

Amazon verwendet ähnliche Namen für verschiedene Dinge. Deshalb landen bei der Suche nach „Amazon Pay“ sehr unterschiedliche Fragen.

Name Was es ist
Amazon Pay Bezahl-Button und Zahlungsdienst für andere Websites (dieser Artikel)
Monatsabrechnung Zahlungsart, die auf Amazon.de und über Amazon Pay in ausgewählten Shops funktioniert
PayPal Ratenzahlung bei Amazon.de Eine Zahlungsart für Einkäufe auf Amazon.de selbst. In der Liste der Zahlungsarten für Amazon Pay steht sie nicht
Amazon Payment Services Ein separates Zahlungs-Gateway für Unternehmen im Nahen Osten und Nordafrika. Laut paymentservices.amazon.com „Available in 9 countries, across the MENA region“
Amazon Pay (Indien) Der eigene Zahlungsdienst von Amazon.in, unter anderem für UPI-Zahlungen
„AMZ*“ auf der Kartenabrechnung Ein Einkauf, den Sie in einem anderen Shop mit Amazon Pay bezahlt haben
Auszahlungen bei Verkaufen bei Amazon Geld, das Amazon Marktplatz-Verkäufern für Bestellungen auf Amazon.de überweist, nach Abzug der Gebühren

Die letzte Zeile ist für Händler wichtig. Amazon Pay bringt Ihre Produkte nicht auf Amazon.de, und für den Verkauf auf Amazon.de brauchen Sie kein Amazon Pay. Auf dem Marktplatz zahlen Sie Verkaufsgebühren und im Tarif Professionell 39 € im Monat (siehe unseren Überblick zu den Amazon-Verkäufergebühren). Mit Amazon Pay zahlen Sie nur die Transaktionsgebühr, müssen die Besucher aber selbst in Ihren Shop bringen.

Vor- und Nachteile von Amazon Pay für Händler

Vorteile

  • Ein Checkout, den Kunden kennen. Amazon-Kunden zahlen ohne neues Konto und ohne Kartennummer. Amazon spricht von über 300 Millionen aktiven Kundenkonten weltweit.
  • Eine Conversion-Zahl zum Testen. Amazon wirbt mit einer um 35 % höheren Konversionsrate gegenüber dem eigenen Checkout der Händler. Die Fußnote nennt eine von Amazon beauftragte comScore-Studie mit 40 Händlern in den USA, Oktober 2021 bis März 2022. Ein Grund zum Testen, kein Versprechen.
  • Kauf auf Rechnung ohne Ausfallrisiko. Mit der Monatsabrechnung trägt Amazon das Risiko, wenn ein Kunde nicht zahlt. Das gibt es nur für Händler in Deutschland.
  • Der niedrigste Satz in Europa. 1,9 % plus 0,35 € liegen unter den Sätzen in Österreich, der Schweiz, Frankreich oder Italien.
  • Betrugsschutz ohne Aufpreis. Laut Händler-FAQ sind Betrugserkennung, Rückbuchungskontrollen und Risikomanagement ohne Extrakosten enthalten.

Nachteile

  • Gebühren auf jede Bestellung, und die feste Gebühr von 0,35 € trifft kleine Warenkörbe hart.
  • Eine Rücklage am Anfang. Neue Händler warten 7 Tage auf ihr Geld, und Amazons Angaben zur Auszahlungsdauer sind widersprüchlich.
  • Streitfälle zählen gegen Sie. Kunden können A-bis-z-Anträge stellen, und jeder Antrag fließt in Ihre Rate an Bestellmängeln ein.
  • Nur mit Amazon-Konto. Kunden ohne Konto können den Button nicht nutzen. Sie brauchen also weiterhin andere Zahlungsarten.
  • Ein zweites Konto. Auch Marktplatz-Verkäufer müssen ein eigenes Amazon Payments-Händlerkonto mit eigener E-Mail-Adresse anlegen.
  • Kein Marktplatz. Amazon Pay bringt keinen Traffic. Kunden müssen Ihren Shop zuerst finden.

📌 Aus unserer Erfahrung: Händler mit eigenem Markenshop und Amazon-Listings bauen Amazon Pay oft in den Shop ein und führen den Amazon-Katalog getrennt weiter. Der Shop profitiert vom bekannten Checkout, die Listings auf Amazon.de brauchen aber weiterhin eigene Aufmerksamkeit, etwa beim Empfohlenen Angebot (Buy Box) und bei Änderungen am Listing.

Lohnt sich Amazon Pay für Ihren Shop?

Amazon Pay lohnt sich am ehesten, wenn:

  • viele Ihrer Kunden ein Amazon-Konto haben, was in Deutschland und Österreich wahrscheinlich ist,
  • Sie physische Produkte mit Warenkörben verkaufen, bei denen die 0,35 € Fixgebühr nicht ins Gewicht fallen,
  • Ihre Kunden gern auf Rechnung kaufen und Sie die Monatsabrechnung ohne Ausfallrisiko nutzen möchten,
  • Ihr Shop auf Shopware, JTL, WooCommerce oder Stripe läuft, wo die Anbindung über ein fertiges Plugin geht.

Weniger sinnvoll ist es, wenn Ihr Unternehmen in keinem der zugelassenen Länder sitzt, wenn die meisten Bestellungen klein sind oder wenn eine Woche gebundenes Geld am Anfang Ihre Liquidität belastet.

Wenn Sie zusätzlich auf Amazon.de verkaufen, überwacht SellerSonar das Empfohlene Angebot und Änderungen an den Listings Ihrer ASINs bei jeder Prüfung, im Business-Tarif bis zu stündlich, und Sie können es 14 Tage kostenlos testen: 5 ASINs, 10 Keywords, keine Kreditkarte nötig.

Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet Amazon Pay?

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Wird Amazon Pay vom Konto abgezogen?

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Was kostet Amazon Pay?

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Kann man mit Amazon Pay auf Rechnung bezahlen?

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Ist Amazon Pay sicher?

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Wo sehe ich, was ich mit Amazon Pay bezahlt habe?

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Ist Amazon Pay besser als PayPal?

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Kann ich mein Verkäuferkonto bei Amazon für Amazon Pay nutzen?

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