Kurze Antwort

Amazon FBA starten heißt: Sie schicken Ihre Ware an Amazons Logistikzentren, und Amazon lagert sie, verpackt und versendet jede Bestellung und übernimmt Kundenservice und Rücksendungen. In Deutschland melden Sie dafür zuerst ein Gewerbe an, beantragen Steuernummer und USt-IdNr. und registrieren sich im Verpackungsregister LUCID. Dann eröffnen Sie ein Verkäuferkonto (Tarif Professionell: 39 € zzgl. USt. im Monat), legen Ihre Listings als FBA an, bereiten Ihre Einheiten selbst vor und etikettieren sie (Amazon hat diesen Service in Europa zum 1. Juli 2026 eingestellt) und erstellen Ihre erste Sendung über „An Amazon senden“.


Sie haben ein Produkt im Blick, vielleicht sogar schon einen Lieferanten. Jetzt stellen sich die eigentlichen Fragen: Brauche ich ein Gewerbe? Was will das Finanzamt wissen? Was kostet Amazon FBA wirklich, und was muss ich selbst erledigen, bevor die Ware im Lager liegt? Viele deutsche Anleitungen sind hier nicht mehr aktuell, denn Amazon hat 2026 in Europa einige Regeln geändert, vor allem bei Etiketten und Vorbereitung.

Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie Amazon FBA starten: von Gewerbeanmeldung, Steuern und Verpackungsregister über das Verkäuferkonto bis zur ersten Sendung. Dazu kommen die Gebühren auf Amazon.de mit einem durchgerechneten Beispiel, die Expansion in andere EU-Länder und die Fehler, die neue Verkäufer in den ersten Monaten Geld kosten.


Über den Autor: Alex Harrison schreibt für das SellerSonar-Redaktionsteam über Versand durch Amazon, Gebühren und den operativen Alltag von Verkäufern. Jede Frist und jeden Satz in diesem Artikel hat er gegen Amazons Hilfeseiten für Amazon.de und die europäische FBA-Tarifübersicht geprüft, und er hat genug erste Sendungen am Wareneingang hängen sehen, um zu Etiketten eine feste Meinung zu haben.


Versand durch Amazon in Kürze

FBA steht für Fulfillment by Amazon, auf Amazon.de heißt der Dienst Versand durch Amazon. Sie verkaufen, Amazon versendet: Ihre Ware liegt in Amazons Logistikzentren, und Amazon nimmt sie an, lagert sie, verpackt jede Bestellung, liefert sie aus und kümmert sich um Kundenservice und Rücksendungen. Ihre Produkte bekommen außerdem das Prime-Logo, und genau danach filtern viele Kunden.

Was FBA nicht übernimmt: Produktauswahl, Listing, Werbung, Steuern und der Schutz Ihres Listings vor anderen Verkäufern bleiben Ihre Aufgabe. Wenn Sie zuerst nur die Begriffe klären möchten, lesen Sie unseren Artikel Was ist Amazon FBA?. Dieser Leitfaden hier ist die vollständige Anleitung für den Start.

So funktioniert FBA 2026 in Europa

Der Ablauf hat sechs Schritte. Fünf davon liegen bei Ihnen, nur einer bei Amazon, und das ist der, an den die meisten beim Wort „FBA“ denken.

So funktioniert Amazon FBA 2026 auf Amazon.de: Gewerbe, Konto und Listing, Etiketten, An Amazon senden, Versand, Bestand

Die rote Zeile in Schritt 3 ist die wichtigste Änderung des Jahres. Laut Amazons Hilfeseite zum Vorbereitungsservice bietet Amazon ab dem 1. Juli 2026 für FBA-Sendungen in den europäischen Stores keinen Vorbereitungs- und Etikettierservice mehr an. Ihre Einheiten müssen also verkaufsfertig ankommen. In den USA endete der Service schon am 1. Januar 2026, deshalb stimmen viele übersetzte Anleitungen beim Datum nicht.

Vor dem Start: Gewerbe, Steuern und Pflichten

Das ist der Teil, den US-Anleitungen auslassen und an dem in Deutschland die meisten Starts hängen. Amazon prüft mehrere dieser Angaben schon bei der Kontoeröffnung, deshalb gehören sie an den Anfang.

Gewerbe anmelden

Wer regelmäßig und mit Gewinnabsicht verkauft, ist gewerblich tätig. Amazon sagt es in seinem Registrierungsleitfaden für Amazon.de deutlich: Sie müssen die Gewerbeanmeldung beim zuständigen Gewerbeamt einreichen, bevor Sie den ersten Artikel einstellen. Die Gebühr legt die Gemeinde fest. In Berlin kostet die Anmeldung eines Einzelgewerbes laut Service-Portal Berlin 26,00 €, online 15,00 €.

Eine GmbH brauchen Sie dafür nicht. Amazon lässt auch Einzelunternehmer zu. Eine UG oder GmbH begrenzt die Haftung, ist aber eine rechtliche und steuerliche Entscheidung, die Sie mit Ihrem Steuerberater treffen, nicht mit Amazon.

Steuernummer und USt-IdNr.

Nach der Gewerbeanmeldung erhalten Sie vom Finanzamt den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Damit beantragen Sie Ihre Steuernummer, und die ist laut Amazon eine Pflichtangabe bei der Kontoeröffnung in Seller Central.

Dazu kommt die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Amazon verlangt sie für den Verkauf auf Amazon.de unabhängig von der Unternehmensform, und eine fehlende USt-IdNr. kann die Freischaltung Ihres Kontos verzögern. Die Nummer erteilt das Bundeszentralamt für Steuern zusätzlich zur Steuernummer. Beantragen Sie sie gleich mit dem Fragebogen, dann wartet Ihr Verkäuferkonto nicht auf sie.

Kleinunternehmerregelung

Seit 2025 gilt nach § 19 UStG: Sie können als Kleinunternehmer ohne Umsatzsteuer verkaufen, wenn Ihr Gesamtumsatz im Vorjahr 25.000 € nicht überschritten hat und im laufenden Jahr 100.000 € nicht überschreitet. Amazons Leitfaden erwähnt die Regelung ausdrücklich. Ob sie sich für Sie lohnt, hängt von Einkauf, Preisen und Wachstumsplänen ab. Klären Sie das vor dem ersten Verkauf mit einer Steuerfachkraft, denn ein Wechsel mitten im Jahr kostet Arbeit.

Sobald Sie an Privatkunden in anderen EU-Ländern verkaufen, kommt eine zweite Grenze ins Spiel. Liegen diese Fernverkäufe über 10.000 € im Jahr, gilt laut BZSt zum One-Stop-Shop die Umsatzsteuer des Bestimmungslandes, und Sie melden sie über das OSS-Verfahren.

Verpackung: LUCID-Registrierung

Wer verpackte Ware an Kunden in Deutschland verkauft, muss sich vorher im Verpackungsregister LUCID registrieren. Das Verpackungsrecht hat sich 2026 geändert: Seit dem 12. August 2026 gilt die EU-Verpackungsverordnung (PPWR), in Deutschland umgesetzt durch das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG). Ältere Anleitungen zitieren noch das VerpackG.

Die Registrierung selbst ist laut Zentraler Stelle Verpackungsregister kostenlos. Für systembeteiligungspflichtige Verpackungen schließen Sie zusätzlich einen kostenpflichtigen Vertrag mit einem dualen System ab. Amazon prüft das: Laut der Hilfeseite zu den Anforderungen für Verpackungen in Deutschland übermitteln Sie Ihre LUCID-Nummer auf der Seite Verkäuferleistung, und nicht konforme Listings können deaktiviert werden. Nach der Registrierung kann es bis zu 72 Stunden dauern, bis die Nummer im Register erscheint und nutzbar ist.

Elektrogeräte und Batterien

In Deutschland prüft Amazon die erweiterte Herstellerverantwortung in zwei Kategorien: Verpackungen und Elektrogeräte. Für Elektro- und Elektronikgeräte brauchen Sie eine WEEE-Registrierungsnummer der Stiftung ear. Nach § 6 ElektroG dürfen Marktplätze und Fulfilment-Dienstleister Geräte nicht registrierter Hersteller weder anbieten noch lagern. Für Batterien gilt eine eigene Registrierungspflicht nach § 5 BattDG, und viele Elektrogeräte enthalten welche. Für ein erstes Produkt ist das ein guter Grund, mit etwas ohne Stecker und Akku anzufangen.

Amazon Verkäufer werden: das Verkäuferkonto

Mit Gewerbe und Steuernummern in der Hand ist die Registrierung der einfache Teil. Amazon.de bietet laut Gebührenübersicht für Amazon.de zwei Tarife: Einzelanbieter mit 0,99 € pro verkauftem Artikel und Professionell mit 39 € zzgl. USt. im Monat. Beide können FBA nutzen. Ab 40 Verkäufen im Monat ist Professionell günstiger, denn 40 × 0,99 € sind bereits 39,60 €. Den vollständigen Vergleich finden Sie in unserem Artikel zu Einzelanbieter und Professionell.

Laut Amazons Registrierungsleitfaden sollten Sie Folgendes bereithalten:

  • einen amtlichen Lichtbildausweis
  • Ihren Gewerbeschein (für gewerbliche Verkäufer)
  • einen Adressnachweis, etwa einen Kontoauszug oder eine Versorgerrechnung
  • eine Kreditkarte mit Prüfnummer (CVV/CVC)
  • Ihre Bankverbindung (wird sie nicht automatisch verifiziert, brauchen Sie einen Kontoauszug)
  • Steuernummer und USt-IdNr.

Am Ende verifizieren Sie Ihre Identität: entweder mit einem Foto von Ihrem Gesicht und Ihrem Ausweis oder in einem Videoanruf mit einem Amazon-Mitarbeiter. Laut Amazon dauert das normalerweise drei Werktage oder weniger. Verwenden Sie überall genau den Namen und die Adresse aus Ihren Dokumenten. Abweichungen sind der häufigste Grund, warum eine Registrierung hängen bleibt.

Seller Central und die europäischen Stores

Seller Central ist Ihr Arbeitsplatz: Produkte anlegen, Sendungen erstellen, Gebühren und Kontozustand prüfen. Nehmen Sie sich einen Nachmittag Zeit dafür, bevor Sie das erste Listing anlegen.

Ein Konto deckt mehrere europäische Stores ab: Die 39 € gelten laut Amazon für Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, die Niederlande, Schweden, Polen, Irland, Belgien und das Vereinigte Königreich. Wer in anderen Stores verkauft, muss laut Amazons Seite zu Weltweit verkaufen mit Versand durch Amazon den Kundenservice in der jeweiligen Landessprache anbieten. Fangen Sie also mit Amazon.de an.

Amazon FBA starten: Produkt und erste Sendung

Geschäftsmodell und Produkt wählen

Vor dem Produkt kommt das Modell. Es entscheidet, wie viel Kapital Sie brauchen, wie schnell Sie starten und welche Regeln von 2026 Sie treffen.

  • Eigenmarke (Private Label): Sie lassen ein Produkt unter Ihrer Marke herstellen. Die meiste Kontrolle, die höchsten Anfangskosten, der langsamste Start.
  • Großhandel: Sie kaufen bestehende Marken bei Distributoren und verkaufen auf deren Listings. Schneller, aber Sie teilen jedes Listing mit anderen Verkäufern. Unser Artikel zu Großhandelslieferanten für Amazon FBA zeigt, wo Sie suchen.
  • Online- oder Einzelhandelsarbitrage: Sie kaufen reduzierte Ware und verkaufen sie weiter. Der günstigste Weg zum Lernen, aber schwer zu skalieren.

Suchen Sie dann ein Produkt mit stabiler Nachfrage, Platz auf der ersten Suchergebnisseite und einem Preis, der nach Amazons Anteil noch Marge lässt. Ein grober Filter: Wenn Verkaufsgebühr und FBA-Versandgebühr zusammen mehr als ein Drittel des Nettopreises fressen, bevor Sie die Ware bezahlt haben, suchen Sie weiter. Prüfen Sie jeden Kandidaten mit dem kostenlosen FBA-Rechner, bevor Sie bestellen. Wer Ware außerhalb der EU einkauft, muss außerdem die Zollabfertigung einplanen.

FBA aktivieren und Listings anlegen

Aktivieren Sie Versand durch Amazon in Seller Central und wählen Sie beim Anlegen jedes Listings den Versand durch Amazon als Versandart. Erst dann ist ein Listing ein FBA-Listing, und erst dann existiert die Amazon-Strichcode-Nummer (FNSKU) für dieses Produkt. Deshalb kommen die Etiketten jetzt und nicht schon bei der Produktsuche.

Gleich hier entscheiden Sie auch, wo Ihr Bestand liegt: nur in Deutschland, im Programm Mitteleuropa (Deutschland, Polen, Tschechien) oder im Pan-EU-Programm. Für den Anfang reicht „Nur DE“. Was die anderen Varianten kosten und an Steuerpflichten auslösen, steht im Abschnitt zur Expansion weiter unten.

Etiketten: Wer braucht eine FNSKU?

Das ist der Teil, der sich 2026 am stärksten geändert hat. Klären Sie vor dem ersten Druck, welchen Strichcode Amazon von Ihnen erwartet.

Brauchen Sie ein FNSKU-Etikett für Amazon FBA? Markenvertreter dürfen Hersteller-Strichcodes nutzen, Wiederverkäufer nicht

Laut Amazons Strichcode-Anforderungen für Versand durch Amazon gilt seit dem 31. März 2026: Inhaber der Markenrechte dürfen weiter Hersteller-Strichcodes ohne Etikett verwenden, Wiederverkäufer müssen Amazon-Strichcodes nutzen, auch wenn das Produkt schon einen EAN trägt. Die Regel gilt ausdrücklich auch in Deutschland. In den häufigen Fragen zur Strichcode-Auswahl nennt Amazon die Stores in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien beim Übergang. Eingehender Bestand von Wiederverkäufern ohne Amazon-Strichcode wird als fehlerhaft eingestuft, und falsch etikettierte Einheiten sind nicht erstattungsfähig, falls im Lager etwas verloren geht.

Für Großhandel und Arbitrage heißt das: eine FNSKU auf jede Einheit. Wie Sie Etiketten in der richtigen Größe drucken und platzieren, erklärt unser (englischsprachiger) FNSKU-Leitfaden.

Die erste Sendung an Amazon

Die Sendung erstellen Sie im Arbeitsablauf „An Amazon senden“. Er führt Sie durch Verpackung, Kartoninhalt und Versandetiketten. Zwei europäische Besonderheiten:

  • Keine Platzierungsgebühr wie in den USA. In Amazons Übersicht der Funktionen und Gebühren von Versand durch Amazon für Europa taucht sie nicht auf. US-Anleitungen, die Ihnen Platzierungsoptionen und Gutschriften dafür erklären, können Sie an dieser Stelle überspringen.
  • Zwei Gebühren, die Sie vermeiden können. Geben Sie keine Informationen zum Kartoninhalt an, bearbeitet Amazon Ihre Kartons manuell und berechnet eine Gebühr für manuelle Bearbeitung. Kommt Ware ohne ordnungsgemäße Vorbereitung oder Etikettierung an, übernimmt Amazon das als „nicht eingeplante Serviceleistung“ gegen eine Gebühr pro Artikel.

💡 Expertentipp: Schicken Sie die erste Sendung klein und mit vollständigem Kartoninhalt. Sie lernen dabei den Wareneingang kennen, ohne dass ein Etikettenfehler gleich Hunderte Einheiten betrifft. Prüfen Sie nach der Annahme im Dashboard für Wareneingangsprobleme, ob Amazon etwas beanstandet hat, bevor Sie nachbestellen.

Marke und Werbung

Wenn Sie eine eigene Marke verkaufen, lohnt sich die Amazon Markenregistrierung früh. Sie bringt A+ Content, Sponsored Brands und Werkzeuge zum Markenschutz. Seit 2026 hängt auch FBA direkt daran: Nur als Markenvertreter einer registrierten Marke dürfen Sie auf Hersteller-Strichcodes statt FNSKU-Etiketten versenden.

Dafür brauchen Sie eine Marke. Beim Deutschen Patent- und Markenamt kostet die elektronische Anmeldung laut DPMA-Gebührenübersicht 290 € einschließlich bis zu drei Klassen, jede weitere Klasse 100 €. Eine Unionsmarke beim EUIPO kostet laut EUIPO online 850 € für eine Klasse, 50 € für die zweite und 150 € für jede weitere, und gilt in allen EU-Ländern zehn Jahre. Ob für die Markenregistrierung bereits eine Anmeldung genügt, prüfen Sie vor dem Einschreiben auf Amazons Seite zur Markenregistrierung.

Für den Start-Traffic beginnen die meisten neuen Listings mit Sponsored Products, kleinem Budget und einer kurzen Liste genau passender Keywords. Verfolgen Sie danach, wo das Listing für diese Keywords organisch rankt, damit Sie echten Fortschritt von gekauftem unterscheiden können.

Was Amazon FBA 2026 auf Amazon.de kostet

Sie bezahlen Amazon auf vier Wegen: den Verkaufstarif, eine Verkaufsgebühr auf jeden Verkauf, eine Versandgebühr für jede Einheit, die Amazon versendet, und Lagergebühren für den Platz, den Ihr Bestand belegt. Alle Gebühren verstehen sich ohne Umsatzsteuer.

Gebühr Wofür Satz 2026 (Amazon.de)
Verkaufstarif Ihr Konto 39 € zzgl. USt. im Monat (Professionell) oder 0,99 € pro Artikel (Einzelanbieter)
Verkaufsgebühr Amazons Provision je Verkauf Prozentsatz nach Kategorie, meist 7 % bis 15 % vom Bruttopreis, mindestens 0,30 €
FBA-Versandgebühr Kommissionieren, Verpacken, Versand Nach Größe und Gewicht, z. B. 3,40 € für ein kleines Paket bis 900 g (nur DE), plus Zuschlag 1,5 %, ab 2. November 2026 2 %
Monatliche Lagergebühr Platz im Lager Standardgröße: 27,54 € pro m³ (Januar bis September), 52,20 € (Oktober bis Dezember)
Aufschlag für Altbestand Ware, die zu lange liegt Ab 241 Tagen: ab 47,99 € pro m³, nach mehr als 455 Tagen 261,97 € pro m³ oder 0,25 € pro Einheit
Gebühr bei niedrigem Lagerbestand Zu knapper Bestand Nur im Pan-EU-Programm, Standardpaket 0,21 € bis 0,67 € pro Einheit

Quellen: FBA-Sätze aus Amazons FBA-Tarifübersicht für Europa (gültig ab 1. Juli 2026), der Zuschlag aus der Seite zur Versandgebühr für Versand durch Amazon, dazu Amazons Seiten zu monatlichen Lagergebühren, zum Aufschlag für Altbestand und zur Gebühr bei niedrigem Lagerbestand. Dazu kommen Gebühren für Rücksendung, Entsorgung und Erstattungen, aber nur, wenn diese Fälle eintreten. Alle Posten mit Tabellen je Kategorie finden Sie in unserem Leitfaden Amazon FBA Kosten und Verkäufergebühren 2026.

Was Amazon von einem Verkauf für 30 € behält

Ein Beispiel mit echten Sätzen: ein Küchenartikel für 30,00 € brutto, ein kleines Paket bis 900 g, Bestand nur in Deutschland. Die Verkaufsgebühr für Küche beträgt 15 %, also 4,50 €. Die Versandgebühr liegt bei 3,40 €, dazu kommt der Zuschlag von 1,5 %, rund 0,05 €.

Wohin ein FBA-Verkauf für 30 € auf Amazon.de geht: Umsatzsteuer, Verkaufsgebühr und FBA-Gebühr in Neben- und Hochsaison

Außerhalb der Hochsaison behält Amazon damit 7,95 €. In den 30,00 € stecken außerdem 4,79 € Umsatzsteuer, die Sie an das Finanzamt abführen. Es bleiben 17,26 € für Ware, Einlagerung und Werbung. In der Hochsaison steigt die Versandgebühr für dieses Paket auf 3,61 €, ab dem 2. November 2026 gilt der Zuschlag von 2 %, und Amazon behält 8,18 €. Es bleiben 17,03 €.

Günstige Produkte geben einen größeren Anteil ab, weil die Versandgebühr nicht mit dem Preis sinkt. Etwas gemildert wird das durch die Gebühren für niedrigpreisige Artikel: Seit dem 5. Januar 2026 gelten sie laut Amazons Seite zu niedrigpreisigen Artikeln für Produkte bis 20 € inklusive Umsatzsteuer, höchstens 400 g und 35 × 25 × 12 cm. Einige Kategorien, darunter Küche, Beauty und Bücher, bleiben bei der alten Grenze von 11 €.

Was sich 2026 geändert hat

Gebühren und Regeln stehen nicht still, und Amazon schickt Ihnen keine E-Mail, wenn sich die Gebühr Ihres Produkts ändert. Das waren die Termine für Verkäufer in Deutschland:

Zeitleiste der Änderungen 2026 für Amazon FBA in Deutschland: FNSKU-Pflicht, Zuschlag, Ende des Etikettierservice, Hochsaison

Nicht alles wurde teurer. Laut Amazons Preisseite für Verkäufer sanken die europäischen Gebühren 2026 im Schnitt um 0,17 € pro verkaufter Einheit. Teurer wurden dafür der Zuschlag und die Arbeit vor dem Versand, die jetzt komplett bei Ihnen liegt.

Was kostet es, Amazon FBA zu starten?

Eine ehrliche Gesamtsumme für das Startkapital gibt es nicht, denn sie hängt fast ganz von Ihrem Produkt ab. Was sich sagen lässt: welche Posten fest sind und welche Sie selbst steuern.

Fest: 39 € zzgl. USt. im Monat für den Tarif Professionell, die Gewerbeanmeldung (in Berlin 26,00 €, online 15,00 €) und eine kostenlose LUCID-Registrierung. Für Ihre Marke kommen 290 € beim DPMA dazu. Alles andere hängt von Modell und Produkt ab:

  • Ware: der größte Posten. Eigenmarke heißt Mindestbestellmenge beim Hersteller, Arbitrage kann mit wenigen Dutzend Einheiten beginnen.
  • Muster und Fracht zu Ihnen: Planen Sie mehr als eine Musterrunde ein.
  • Verpackung und duales System: der Lizenzvertrag für Ihre Verkaufsverpackungen.
  • Strichcodes: eine Eigenmarke braucht echte GTINs (EANs), Wiederverkäufer drucken FNSKU-Etiketten aus Seller Central.
  • Vorbereitung: Ihre eigene Zeit oder ein Prep-Dienstleister, seit Amazon das nicht mehr übernimmt.
  • Fracht an Amazon und gegebenenfalls Zoll bei Importen.
  • Werbung für die ersten Wochen nach dem Start.

Amazon erleichtert den Anfang etwas. Neue Verkäufer im Tarif Professionell können sich für die Anreize für neue Verkäufer qualifizieren, mit Vorteilen rund um Markenregistrierung, Versand durch Amazon und Werbung. Die Beträge ändern sich regelmäßig, prüfen Sie den aktuellen Stand auf der Seite selbst.

Auch Zeit kostet Geld. Bei einer ersten Eigenmarke vergehen von der Recherche bis zum ersten Verkauf oft Monate, und den Großteil davon warten Sie auf andere: Muster, Produktion, Fracht. Deshalb ist die Recherche am Anfang der billigste Ort für einen Fehler.

Expansion in Europa: Pan-EU und Programm Mitteleuropa

Deutsche Verkäufer wachsen zuerst innerhalb Europas. Amazon bietet dafür drei Wege, die sich in Gebühren und Steuerpflichten stark unterscheiden.

  • Europäisches Versandnetzwerk (EFN): Ihr Bestand bleibt in Deutschland, Amazon beliefert von dort Kunden in anderen Stores. Das ist teurer: Ein kleines Paket bis 900 g kostet laut Tarifübersicht 8,71 € statt 3,40 € im Inland.
  • Programm Mitteleuropa: Amazon darf Ihren Bestand für Deutschland auch in Polen und Tschechien lagern. Ohne Teilnahme zahlen Sie laut Tarifübersicht 0,26 € mehr pro Einheit, die aus deutschen Logistikzentren versendet wird.
  • Pan-EU-Programm: Sie erlauben die Lagerung in mindestens zwei von Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Polen, und Amazon verteilt die Ware selbst. Dafür zahlen Sie laut Amazons Seite zum paneuropäischen Versand durch Amazon die lokalen statt der grenzüberschreitenden Versandgebühren.

📌 Wichtig: Lagerung im Ausland ist steuerlich nicht neutral. Für das Pan-EU-Programm verlangt Amazon eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer in jedem Lagerland, und auch beim Programm Mitteleuropa liegt Ihre Ware in Polen und Tschechien. Klären Sie die Registrierungspflichten mit Ihrer Steuerfachkraft, bevor Sie eines der Programme aktivieren, nicht danach.

Lassen Sie sich mit der Expansion Zeit. Stabilisieren Sie Marge, Rezensionen und Nachschub erst auf Amazon.de. Jedes Problem, das Sie in einem Store nicht gelöst haben, kommt in zwei Stores doppelt so groß zurück. Mehr zu den Unterschieden der europäischen Stores lesen Sie in Auf Amazon Europa verkaufen.

FBA oder FBM: Wann sich FBA lohnt

Bei FBM (Versand durch Verkäufer) lagern und versenden Sie selbst. FBA-Versandgebühr und Lagergebühren bei Amazon entfallen, dafür übernehmen Sie Verpackung, Porto, Rücksendungen und Kundenservice, und Ihr Listing verliert in der Regel das Prime-Logo.

FBA gewinnt meist bei kleinen, leichten Produkten, die regelmäßig verkaufen. FBM gewinnt oft bei schweren, sperrigen oder langsam drehenden Artikeln, bei denen Versand- und Lagergebühren die Marge auffressen. Sie müssen sich nicht einmal entscheiden: Die Versandart wird pro SKU festgelegt, viele Verkäufer nutzen beides.

🎯 Profi-Einblick: Rechnen Sie den Vergleich pro Produkt, nicht pro Konto. Derselbe Verkäufer kann für einen leichten Küchenhelfer mit FBA klar besser fahren und mit einer sperrigen Aufbewahrungsbox unter FBA Geld verlieren, am selben Tag.

Eines kauft FBA Ihnen nicht: eine sichere Buy Box. Preis, Lieferzeit und Verkäuferleistung zählen alle mit. Wie Amazon die Buy Box vergibt, erklärt unser Artikel Was ist die Amazon Buy Box. Ein reales Beispiel folgt weiter unten.

Welche Produkte sich für den Start eignen

Für das erste FBA-Produkt gelten ein paar einfache Regeln:

  • Klein und leicht: Es passt in die günstigen Größenkategorien und kostet wenig Lagerplatz.
  • Deutlich teurer als die Gebühren: Bei sehr günstigen Produkten frisst die Versandgebühr allein einen schmerzhaften Teil des Preises, auch mit den Sätzen für niedrigpreisige Artikel.
  • Stetig verkaufend: Ware, die in wenigen Monaten abverkauft ist, erreicht die 241 Tage für den Aufschlag auf Altbestand nie.
  • Robust und einfach vorzubereiten: nichts Zerbrechliches, Flüssiges, Verderbliches oder Gefahrgut.
  • Ohne Stecker und Akku: So sparen Sie sich beim Start WEEE- und Batterie-Registrierung.
  • Nicht zulassungspflichtig: Kategorien, in denen Sie ohne Freigabe verkaufen dürfen.

Bevor Sie sich festlegen, prüfen Sie, wie voll die erste Suchergebnisseite ist, wie viele Rezensionen die führenden Listings haben und wie die Marge nach allen Gebühren aussieht. Wenn ein Produkt nur zum optimistischsten Preis funktioniert, funktioniert es nicht.

Typische Fehler beim Start mit Amazon FBA

Die meisten Verluste im ersten Jahr kommen aus einer kurzen Liste. Mit der Suche nach dem perfekten Produkt hat keiner davon zu tun.

  • Zu viel Ware einlagern. Der Aufschlag für Altbestand beginnt nach 241 Tagen. Eine erste Bestellung für zwölf Monate Hoffnung wird zur Lagerrechnung.
  • Wiederverkäufer-Ware ohne FNSKU. Seit dem 31. März 2026 gelten solche Einheiten als fehlerhaft und sind nicht erstattungsfähig.
  • Listing vor der LUCID-Nummer. Amazon gleicht die Nummer ab, und ohne sie riskieren Sie deaktivierte Listings.
  • Pan-EU ohne Steuerplan. Lagerung in einem anderen Land bringt dort Registrierungspflichten mit sich.
  • Kleinunternehmerregelung nicht geprüft. Wer erst nach dem ersten Verkauf nachdenkt, korrigiert später Rechnungen.
  • Mit Nebensaison-Gebühren kalkulieren. Vom 15. Oktober 2026 bis 14. Januar 2027 kostet der Versand von Paketen in Deutschland mehr, genau dann, wenn Sie am meisten verkaufen.
  • Das Listing nach dem Start nicht beobachten. Gebühren ändern sich, neue Verkäufer kommen dazu, der Bestand läuft aus. Niemand sagt Ihnen Bescheid.

FBA-Listings nach dem Start schützen

Mit dem Start fängt die Arbeit erst an. Sobald Ihr Listing online ist, können sich andere Verkäufer an Ihr Listing anhängen, die Buy Box kann wandern, und Ihre Gebühren können sich ändern, ohne dass Amazon Sie informiert. Hier ein Listing auf Amazon.de, das wir in SellerSonar verfolgen.

SellerSonar Buy-Box-Tracker für einen STANLEY Quencher auf Amazon.de: drei FBA-Verkäufer und Amazon teilen sich die Buy Box

Es geht um den STANLEY Quencher H2.0 Trinkbecher mit 1,2 Litern. Im Zeitraum vom 14. bis 23. Oktober 2026 (unsere Aufzeichnung läuft seit dem 19. Oktober) teilten sich vier Verkäufer die Buy Box: NurFürDich GmbH mit FBA hielt sie 30 % der Zeit bei 42,28 €, Amazon selbst 28 % bei 44,38 €, BShop00 mit FBA 26 % bei 43,09 € und FLGB mit FBA 16 % bei 43,36 €. Ein Listing, vier Gewinner, und die Buy Box wechselte von Tag zu Tag.

Genau so sieht ein Großhandels-Listing aus, auf dem mehrere Wiederverkäufer per FBA verkaufen. Wenn Sie einer davon sind, wollen Sie am selben Tag wissen, dass sich die Verteilung verschiebt, nicht am Monatsende. Dafür ist SellerSonar da. Es verfolgt Ihre Listings, schickt Ihnen Benachrichtigungen zu Buy Box und Preisen, zeigt im Buy-Box-Tracker, wer wie lange gewinnt, und meldet über die Produktüberwachung neue Verkäufer, Hijacker und Änderungen Ihrer FBA-Gebühr. Produkte finden oder Listings schreiben kann es nicht. Es überwacht die, die Sie haben.

Fazit: So starten Sie mit Amazon FBA

Wer Amazon FBA starten will, erledigt in Deutschland zuerst die Formalitäten: Gewerbe, Steuernummer, USt-IdNr. und LUCID. Dann folgen ein Produkt, das die Gebührenrechnung übersteht, das Verkäuferkonto mit vollständigen Unterlagen und Listings als FBA. Etikettieren Sie nach den Regeln von 2026 (FNSKU auf jede Einheit, außer Sie sind Markenvertreter), bereiten Sie die Ware selbst vor und schicken Sie eine erste Sendung, die Sie in wenigen Monaten abverkaufen. Danach beobachten Sie Gebühren, Bestand und Buy Box jede Woche.

Abschließende Expertenempfehlungen: Wenn Sie sich nur eines merken, dann die Rechnung. Kalkulieren Sie Verkaufsgebühr, FBA-Versandgebühr mit Zuschlag und Hochsaison-Sätzen vom Bruttopreis aus, bevor Sie Ware bestellen, und bemessen Sie die erste Bestellung so, dass sie lange vor 241 Tagen verkauft ist. Die meisten Anfänger, die mit FBA kämpfen, haben kein Produktproblem. Sie haben ein Gebühren- und Bestandsproblem, das sie nicht durchgerechnet haben.

Wenn Ihr erstes Listing online ist, können Sie SellerSonar 14 Tage kostenlos testen (5 ASINs und 10 Keywords, keine Kreditkarte nötig) und Buy Box, Gebühren und Bestand überwachen lassen, während Sie am nächsten Produkt arbeiten.

Häufig gestellte Fragen
Was kostet es, Amazon FBA zu starten?

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Wie viel Startkapital brauche ich für Amazon FBA?

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Lohnt sich Amazon FBA noch?

Lohnt sich Amazon FBA noch?
Wie viel nimmt Amazon von einem Verkauf für 30 €?

Wie viel nimmt Amazon von einem Verkauf für 30 €?
Brauche ich ein Gewerbe für Amazon FBA?

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Kann ich Amazon FBA als Kleinunternehmer starten?

Kann ich Amazon FBA als Kleinunternehmer starten?
Muss ich meine Ware für Amazon FBA selbst etikettieren?

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Brauche ich eine LUCID-Nummer für Amazon FBA?

Brauche ich eine LUCID-Nummer für Amazon FBA?