Kurze Antwort

Amazon A+ Content ist der kostenlose Bereich aus Bildern, Texten und Vergleichstabellen, den Markeninhaber anstelle der einfachen Produktbeschreibung auf die Produktseite setzen. In Seller Central heißt die Funktion auf Deutsch „Inhalte für A+“. Basis-A+ erlaubt bis zu 5 Module, Premium-A+ bis zu 7, inklusive Video. Laut Amazon kann Basis-A+ den Umsatz um bis zu 8 % steigern, gut umgesetztes Premium-A+ um bis zu 20 %. Jede Einreichung wird gegen Amazons A+-Richtlinien geprüft, was bis zu 7 Werktage dauern kann.


Wer an Ihren Bullet Points vorbei nach unten scrollt, hat sich noch nicht entschieden. Genau dort steht A+ Content: Bilder, Vergleichstabellen und kurze Texte, die die Fragen beantworten, für die Titel und Bullet Points keinen Platz hatten.

Dieser Leitfaden erklärt, was Amazon A+ Content ist, worin sich Basis-A+, Premium-A+ und die Markengeschichte unterscheiden, welche Bildgrößen gelten, welche Regeln Amazon.de vorgibt und warum Einreichungen abgelehnt werden. Dazu kommen die Schritte im A+-Inhaltsmanager, Beispiele von Amazon.de und Amazon.com und das, was Sie als Verkäufer in mehreren EU-Marktplätzen beachten sollten.


Über die Autorin: Diana Walsh schreibt für das SellerSonar-Redaktionsteam über Amazon-Listings und Markeninhalte. Jede Regel in diesem Artikel hat sie gegen die deutschen Hilfeseiten in Seller Central geprüft, die Beispiele gegen Live-Listings, die wir in SellerSonar verfolgen.


Was ist Amazon A+ Content?

A+ Content ist eine Funktion, mit der Markeninhaber die reine Text-Produktbeschreibung durch einen gestalteten Bereich aus Bildern, Texten, Vergleichstabellen und bei Premium auch Videos ersetzen. Früher hieß sie Enhanced Brand Content (EBC). In der deutschen Oberfläche von Seller Central finden Sie sie unter „Inhalte für A+“, das Werkzeug dazu heißt „A+-Inhaltsmanager“. Die Kurzdefinition steht in unserem Glossar-Eintrag zu A+ Content.

Auf der deutschen Seite zur Amazon Markenregistrierung schreibt Amazon: „Mit einfachen Inhalten für A+ können Sie Ihren Umsatz um bis zu 8 % steigern“, mit gut umgesetzten Premium-Inhalten für A+ um bis zu 20 %. Die Fußnote verweist auf interne Daten von Amazon. Das „bis zu“ trägt hier viel Gewicht. Nehmen Sie die Zahlen als Obergrenze, nicht als Versprechen.

Amazon nennt als Vorteil eine bessere Auffindbarkeit und höhere Konversionsraten. Dass der A+-Text Ihr Produkt in der Suche nach oben bringt, steht auf keiner der Hilfeseiten. Amazon schreibt nur, dass der Alternativtext Ihrer A+-Bilder Ihre Produkte in den Suchergebnissen unterstützt. Planen Sie A+ also als Konversionswerkzeug, nicht als Ranking-Hebel.

Wo erscheint A+ Content auf der Produktseite?

A+ Content steht auf der Produktdetailseite unterhalb der Bullet Points und der Buy Box, im Bereich „Produktbeschreibung“. Eine Markengeschichte erscheint separat im Abschnitt „Von der Marke“. Hat ein Vendor für dasselbe Produkt A+ hinterlegt, erscheint es unter „Produktbeschreibung des Herstellers“ und verdrängt in den meisten Fällen das A+ des Verkäufers. Auf eine solche ASIN können Sie selbst kein A+ hinzufügen oder es bearbeiten.

Sobald Ihr A+ live ist, blendet Amazon die bisherige Text-Beschreibung aus. Amazon empfiehlt trotzdem, Änderungen auch im Beschreibungsfeld nachzuziehen. Und A+ erscheint nur auf der Seite der Sprache, in der Sie es veröffentlicht haben. Für Amazon.de heißt das: Laden Sie die deutsche Fassung hoch, nicht nur Ihre englische Vorlage.

Die meisten Käufer sehen A+ auf dem Smartphone. Amazon optimiert die Module für Desktop und Mobilgeräte, aber Text, den Sie ins Bild setzen, wird auf einem kleinen Bildschirm schnell unlesbar. Prüfen Sie deshalb beide Vorschauen, bevor Sie einreichen.

Welche Arten von A+ Content gibt es?

Es gibt drei Arten, und sie lassen sich kombinieren. Basis-A+ und Premium-A+ sind zwei Varianten desselben Bereichs, von denen pro Listing immer nur eine live sein kann. Die Markengeschichte ist ein eigener Abschnitt, den Sie zusätzlich anlegen.

Amazon A+ Content im Vergleich: Basis-A+ bis 5 Module, Premium-A+ bis 7 Module mit Video, Markengeschichte bis 19 Karten

Basis-A+ (erweiterte Produktbeschreibung)

Mit Basis-A+ wählen Sie bis zu 5 Module aus 14 Modularten: Bilder mit Text, Bild-Text-Layouts, Vergleichstabellen und ähnliche Bausteine. Hier fangen die meisten Marken an. Seit Januar 2024 steht Basis-A+ auch für generische ASINs im Katalog von Verkäufern mit dem Verkaufstarif Professionell zur Verfügung, Premium aber nicht.

Premium-A+

Premium-A+ erlaubt bis zu 7 Module aus 19 Arten, größere Bilder über die volle Breite (1464 x 600 Pixel) und interaktive Module wie Videos, Hotspots, Fragen und Antworten und Karussells. Auch Premium kostet nichts. Ältere Ratgeber beschreiben es als teuer oder nur auf Einladung; das ist überholt.

A+-Markengeschichte (Brand Story)

Die Markengeschichte ist ein Karussell über Ihre Marke im Abschnitt „Von der Marke“. Sie besteht aus einem Modul mit bis zu 19 Karten, und die Karten können auf Ihre anderen Produkte und Ihren Amazon Brand Store verlinken. Anders als in Basis- und Premium-A+ sind hier auch zeitbezogene Hinweise erlaubt. Mehr dazu in unserem Glossar-Eintrag zur Amazon Brand Story.

A+ Content Module und Bildgrößen

Die Bildgröße hängt vom Modul ab. Maßgeblich ist immer die Größe, die der A+-Inhaltsmanager beim Hochladen neben dem Feld anzeigt. Zu große Bilder skaliert Amazon herunter, zu kleine nicht. Diese Werte veröffentlicht Amazon:

Element Größe oder Regel Quelle
Basis-A+, Standardbild 970 x 300 px Leitfaden für Inhalte für A+
Premium-A+, Vollbild (Desktop) 1464 x 600 px Leitfaden für Inhalte für A+, Premium-Modulleitfaden
Premium-A+, Vollbild (Mobil) 600 x 450 px Premium-Modulleitfaden
Premium „Four images and text“ 300 x 225 px pro Bild Premium-Modulleitfaden
Premium „Dual images with text“ 650 x 350 px Premium-Modulleitfaden
Premium „Single image with text“ 800 x 600 px Premium-Modulleitfaden
Karte der Markengeschichte 362 x 453 px Amazons Leitfaden „Types of A+ content“
Premium-Video MP4, bis 200 MB und 180 Sekunden Premium-Modulleitfaden
Alle Bilder JPG, BMP oder PNG, RGB, unter 2 MB, mindestens 72 dpi, keine GIFs Leitfaden für Inhalte für A+

Amazons Premium-Modulleitfaden (PDF, auf Englisch) listet jedes Premium-Modul mit Größen und Grenzen auf, daher die englischen Modulnamen in der Tabelle. Für die Produktbilder im Listing selbst lesen Sie unseren Leitfaden zu den Amazon Bildanforderungen (auf Englisch).

Was entscheidet, ob A+ Content verkauft?

A+ hilft, wenn es eine Käuferfrage schneller beantwortet als die Bullet Points. Es schadet oder bewirkt nichts, wenn es die Bullet Points nur in größerer Schrift wiederholt.

Bildqualität

Unscharfe, verzerrte oder textlastige Bilder machen den Sinn von A+ zunichte, und Amazon lehnt sie ausdrücklich ab. Nutzen Sie scharfe Fotos in der vollen Modulgröße und zeigen Sie das Produkt im Einsatz. Bilder aus der Bildergalerie dürfen Sie nicht wiederverwenden.

Aufbau

Planen Sie die Reihenfolge: zuerst der wichtigste Nutzen, dann die Details, dann eine Vergleichstabelle Ihrer eigenen Produkte. Die Vergleichstabelle hält Käufer in Ihrem Sortiment, statt sie zurück in die Suche zu schicken.

Lesbarkeit auf dem Smartphone

Text im Bild schrumpft auf dem Handy. Halten Sie Bildtexte kurz und groß und schreiben Sie die Details in die Textfelder des Moduls. Amazons eigener Rat aus dem deutschen Leitfaden: Absätze auf höchstens drei Sätze beschränken.

Amazons Richtlinien nicht einhalten

Eine abgelehnte Einreichung bedeutet: kein A+, bis Sie es korrigiert haben. Der nächste Abschnitt zeigt, was Amazon ablehnt.

💡 Expertentipp: Schreiben Sie die Vergleichstabelle zuerst. Wenn Sie sie nicht mit klaren Unterschieden zwischen Ihren eigenen Produkten füllen können, können Käufer es auch nicht. Dann wissen Sie, welche Produktseiten vor jedem A+-Design Arbeit brauchen.

Amazon A+ Content Richtlinien

Amazon prüft jede Einreichung gegen die Richtlinien für Inhalte für A+. Verstöße führen zur Ablehnung, im schlimmsten Fall wird die ASIN als beschränktes Produkt entfernt. Inhalte, die gegen die Richtlinien verstoßen, zeigt Amazon außerdem womöglich nicht vollständig an. Die meisten Ablehnungen gehen auf eine kurze Liste von Regeln zurück.

Bilder und Text formatieren

  • Bilder als JPG, BMP oder PNG, im RGB-Farbraum (kein CMYK), unter 2 MB, mindestens 72 dpi.
  • Keine animierten GIFs, keine Wasserzeichen, kein HTML, keine Hyperlinks.
  • Text in der Sprache des Inhalts, auf Amazon.de also auf Deutsch. Andere Sprachen nur in kleinen Mengen, wenn sie Teil der Markenidentität sind, etwa ein englischer Markenslogan.
  • Zahlen unter 10 ausschreiben, keine Zeilen in reinen Großbuchstaben, Fett und Kursiv nur sparsam.
  • Marken- und Urheberrechtssymbole (™, ®, ©) nur, wenn sie auf der Verpackung oder im Logo stehen, nicht im Text.

Was in A+ nicht erlaubt ist

  • Preise und Aktionen: Preise, Rabatte, „kostenloser Versand“ und Wörter wie „preiswert“, „billig“ oder „kostenlos“, dazu Kaufaufforderungen wie „jetzt kaufen“.
  • Kontaktdaten: Telefonnummern, Anschrift, E-Mail-Adressen, Website-Adressen, QR-Codes und Hinweise auf einen Kundenservice außerhalb von Amazon.
  • Garantie und Gewährleistung: Angaben zu Garantie oder Gewährleistung und Verweise auf Rückgabe- oder Erstattungsregeln außerhalb von Amazon sind laut Amazon „streng verboten“. Die einzige Ausnahme ist ein Produkt, das selbst eine Garantiekarte ist.
  • Prahlerische Aussagen: „als Nr. 1 bewertet“, „am besten bewertet“, „meistverkauft“ und Zufriedenheitsversprechen wie „100 % Zufriedenheit garantiert“.
  • Alte Auszeichnungen: nichts, was älter als 2 Jahre ist. Neuere Auszeichnungen und Zertifizierungen nur mit Organisation und Jahr.
  • Umweltaussagen: „umweltschonend“, „biologisch abbaubar“ und „kompostierbar“ sind nicht erlaubt, auch nicht als Symbol. „Recyclingfähig“ braucht einen Beleg wie Material oder Zertifizierungsstelle mit Jahr.
  • Heilversprechen: alles, was behauptet, das Produkt heile, lindere oder verhindere Krankheiten.
  • Kundenstimmen und Wettbewerber: keine Zitate von Kunden oder Privatpersonen, keine Vergleiche mit anderen Marken (auch nicht als „andere Anbieter“) und nichts, was Amazons Logos oder Seitenüberschriften nachahmt.
  • Fremde Inhalte: Sie brauchen die Rechte an jedem Bild und jeder Textzeile.

Zwei Punkte treffen deutsche Händler besonders oft. Der erste ist die Gewährleistung: Ein „2 Jahre Garantie“-Banner, das im eigenen Shop selbstverständlich ist, führt in A+ zur Ablehnung. Der zweite ist das Impressum. Wer gewohnt ist, Anbieterkennzeichnung und Service-Hotline auf jede Seite zu setzen, darf das in A+ nicht tun, denn Amazon verbietet dort Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Ihre Firmendaten zeigt Amazon.de ohnehin auf Ihrer Verkäuferseite unter „Impressum & Info zum Verkäufer“.

Wenn Sie mit KI Bilder mit fotorealistischen Personen erzeugen, verlangt Amazon eine Kennzeichnung. Beim Hochladen in die Creative Assets wählen Sie dafür „KI-generierte Personen“, und Amazon ergänzt die nötigen Metadaten.

Warum A+ Content abgelehnt wird und wie Sie es beheben

Ablehnungsgrund Lösung
Preis, Rabatt oder „kostenloser Versand“ im Bild Entfernen. Den aktuellen Preis zeigt die Buy Box.
„Garantie“, „Gewährleistung“ oder Rückgaberegeln Entfernen. Amazon lässt keine Ausnahme zu, außer bei Garantiekarten.
„Meistverkauft“, „Nr. 1“ oder „am besten bewertet“ Durch ein konkretes, belegbares Merkmal ersetzen.
Website, E-Mail, Impressum oder QR-Code Entfernen. Eine Markengeschichte kann stattdessen auf Ihren Brand Store verlinken.
Bild zu groß oder falsches Format Als JPG oder PNG, RGB, unter 2 MB exportieren.
Text in der falschen Sprache An die Sprache des Marktplatzes anpassen.

Den Grund einer Ablehnung sehen Sie, wenn Sie das Projekt im A+-Inhaltsmanager öffnen. Korrigierte Inhalte müssen Sie erneut einreichen, und sie werden erneut geprüft.

A+ Content in mehreren EU-Marktplätzen

Viele deutsche Marken verkaufen auch in Frankreich, Italien, Spanien oder darüber hinaus. Für A+ gelten dabei drei Regeln aus Amazons Hilfeseite zum Erstellen von Inhalten für A+, die viele erst bemerken, wenn etwas Unerwartetes live ist:

  • Amazon kann automatisch übersetzen. Amazon erstellt Sprachvarianten unter Umständen selbst und kann A+ für ASINs, die bereits für ein anderes Land lokalisiert wurden, automatisch übersetzen und dort veröffentlichen. Das geschieht nur für Sprachen, in denen Sie noch nichts veröffentlicht haben.
  • Kopieren zwischen Ländern geht nicht. Wer seine deutsche A+-Seite selbst nach Frankreich bringen will, muss sie dort neu anlegen.
  • Übersetzungen können Sie bearbeiten. Die Richtlinien gelten in jeder Sprache, und eine automatische Übersetzung kann Formulierungen enthalten, die Sie selbst so nie eingereicht hätten. Amazon erlaubt ausdrücklich, übersetzte Inhalte im A+-Inhaltsmanager zu bearbeiten oder zu löschen.

📌 Wichtig: Prüfen Sie nach dem Start in einem neuen Marktplatz im A+-Inhaltsmanager, ob dort bereits übersetzte Fassungen Ihrer Projekte liegen. Sie können diese Übersetzungen bearbeiten oder löschen. Eine maschinelle Übersetzung Ihrer Vergleichstabelle ist selten die Version, mit der Sie in Frankreich verkaufen wollen.

Mehr zum Verkauf in anderen Ländern lesen Sie in unserem Artikel Auf Amazon Europa verkaufen.

Wer kann A+ Content nutzen?

Verkäufer brauchen den Verkaufstarif Professionell (39 € zzgl. MwSt. im Monat plus Verkaufsgebühren) und die Rolle als Markenvertreter oder Wiederverkäufer für eine Marke in der Amazon Markenregistrierung. Die Unterschiede der beiden Tarife erklärt unser Vergleich Einzelanbieter oder Professionell. A+ steht außerdem Teilnehmern bestimmter Programme wie Launchpad und Amazon Exclusives offen.

Für die Markenregistrierung brauchen Sie eine eingetragene Marke oder eine anhängige Anmeldung bei der Markenbehörde eines Landes mit Amazon-Store, für deutsche Händler meist das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA). Die Marke muss eine Wortmarke oder eine Wort-Bildmarke mit Worten, Buchstaben oder Ziffern sein. Laut Amazons deutscher Markenregistrierungsseite kostet die elektronische Anmeldung beim DPMA 290 € für bis zu drei Klassen.

Vendoren erstellen A+ in Vendor Central, Autoren über die KDP-Marketingseite. Für ASINs, die über Seller Central in den Kategorien Bücher, Musik, Video und DVD verkauft werden, unterstützt Amazon A+ nicht. Und wenn A+ trotz Markenregistrierung fehlt, liegt es oft an der ASIN selbst: Der Markenname muss exakt zur Registrierung passen, inklusive Groß- und Kleinschreibung.

Bei Premium-A+ widersprechen sich Amazons eigene deutsche Hilfeseiten. Der neuere Leitfaden für Inhalte für A+ sagt, es gebe für Premium-A+ „keine zusätzlichen Berechtigungskriterien für Verkäufer“. Die ältere Seite „Inhalte für A+“ nennt dagegen noch eine veröffentlichte Markengeschichte auf allen Ihren ASINs und mindestens 5 genehmigte A+-Projekte in den letzten 12 Monaten. Die Faustregel: Wenn der A+-Inhaltsmanager Ihnen Premium-Module anzeigt, sind Sie berechtigt.

Was kostet Amazon A+ Content?

A+ Content ist kostenlos. Laut deutschem Leitfaden stehen die Basis- und Premium-Funktionen „ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung“. Die ältere Hilfeseite spricht bei Premium von einem kostenlosen „Aktionszeitraum“ und sagt zu, dass Amazon ohne Ihr Einverständnis keine Gebühren berechnet. Was Sie bezahlen, ist die Arbeit: Produktfotos, Gestaltung und Ihre Zeit. Agenturen nehmen Geld für A+-Design, Amazon für die Veröffentlichung nicht.

Lohnt sich A+ Content?

Für Markeninhaber fast immer, denn es ist kostenlos, und unter den Bullet Points muss die Seite ohnehin etwas zeigen.

Unsere eigenen Daten zeigen in dieselbe Richtung. Von 251 Listings, die wir in SellerSonar bewerten, haben 207 (82 %) A+ Content, auf Amazon.de 6 von 8. Von den 160 Wettbewerber-Listings, die wir verfolgen und die überwiegend aus den oberen Suchergebnissen stammen, sind es 149. In einem Long-Tail-Katalog eines Wiederverkäufers auf Amazon.fr hat dagegen nur jedes dritte Listing A+ (31 %). Listings, die schon gut ranken, haben meist A+.

Vorteile von Amazon A+ Content

Mehr Käufe pro Besuch

Laut Amazon kann Basis-A+ den Umsatz um bis zu 8 % steigern, gut umgesetztes Premium-A+ um bis zu 20 %. Das sind Amazons beste Fälle, also messen Sie Ihr eigenes Ergebnis (siehe unten).

Weniger offene Fragen und Rücksendungen

Größentabellen, Kompatibilität, Lieferumfang: A+ ist der Platz für Details, die nicht in die Bullet Points passen. Amazon nennt weniger Kundenfragen, weniger negative Rezensionen und weniger Rücksendungen als Ziel, ohne dafür eine Zahl anzugeben.

Ein Grund, in Ihrem Sortiment zu bleiben

Vergleichstabellen und Karten der Markengeschichte verlinken auf Ihre anderen Produkte. Wer bei einem Artikel noch zögert, findet so einen anderen von Ihnen.

Eine stärkere Produktseite insgesamt

Der Listing Quality Score (LQS) von SellerSonar enthält einen eigenen A+-Bereich. Listings ohne A+ schnitten in unserer Stichprobe insgesamt schlechter ab: im Schnitt 60,3 Punkte gegenüber 84,7 mit A+. Ein Teil der Lücke ist der A+-Bereich selbst, aber Listings ohne A+ waren meist auch an anderen Stellen schwächer. Mit unserem kostenlosen Listing-Qualitäts-Checker sehen Sie, wo eine ASIN steht. Werkzeuge für die übrigen Teile des Listings vergleicht unser Artikel zum besten Amazon Listing-Optimierungswerkzeug.

Amazon A+ Content erstellen: Schritt für Schritt

  1. Wählen Sie in Seller Central im Menü Werbung den A+-Inhaltsmanager und klicken Sie auf Inhalte für A+ erstellen.
  2. Wählen Sie die Art: Basis-A+, Premium-A+ (falls angeboten) oder Markengeschichte.
  3. Benennen Sie das Projekt und wählen Sie die Sprache, für Amazon.de also Deutsch.
  4. Fügen Sie Module hinzu und füllen Sie Texte und Bilder aus. Jedes Bild braucht einen Alternativtext, einen einfachen Satz, der das Bild beschreibt.
  5. Wenden Sie den Inhalt auf eine oder mehrere ASINs an, am besten auf alle ASINs einer ASIN-Familie.
  6. Prüfen Sie die Vorschau für Desktop und Mobilgeräte und reichen Sie das Projekt zur Freischaltung ein.

Speichern Sie zwischendurch als Entwurf, denn ohne Speichern geht Ihre Arbeit verloren. Laut Amazons Hilfeseite zum Veröffentlichungsstatus kann die Prüfung bis zu 7 Werktage dauern, in Spitzenzeiten etwas länger, und Eilanträge bearbeitet Amazon nicht. Nach der Genehmigung kann es bis zu 24 Stunden dauern, bis der Inhalt auf der Detailseite erscheint. Ändern Sie bereits veröffentlichtes A+, bleibt die bisherige Version so lange stehen, bis die neue genehmigt ist. Gleichzeitig dürfen höchstens 20 Einreichungen in Prüfung sein.

Amazon A+ Content mit KI erstellen

Manche Module tragen das Logo „AI Ready“. Wählen Sie die Text- und Bildfelder aus, für die Sie Vorschläge möchten, klicken Sie auf Inhalt erstellen und geben Sie eine markeneigene ASIN an. Amazon füllt die Felder dann auf Basis dieser ASIN. Zwei Dinge sollten Sie wissen: Sie bleiben für jede Aussage verantwortlich, und die Rechte an den KI-generierten Bildern liegen bei Amazon. Sie dürfen sie nicht bearbeiten oder außerhalb von A+ verwenden. Prüfen Sie jede Zeile vor dem Einreichen, denn es gelten dieselben Richtlinien.

Beispiele für Amazon A+ Content

Ein Listing auf Amazon.de, das wir in SellerSonar verfolgen, zeigt, wie vollständiges A+ in der Praxis aussieht. Der Philips Airfryer 2000 mit 6,2 Litern (ASIN B0CWP7M17B) bekommt laut SellerSonar-Daten vom 25. Oktober 2026 im A+-Bereich unseres Listing Quality Scores die vollen 100 Punkte, insgesamt 96 von 100. Er stand auf Platz 3 der Heißluftfritteusen, mit 5.546 Sternebewertungen und 4,7 Sternen. Dieselbe ASIN verfolgen wir auch auf Amazon.fr, und auch dort ist A+ vorhanden.

Wie groß der Unterschied zu einer Seite ohne A+ sein kann, zeigen zwei Lippenpflegestifte auf Amazon.com, geprüft am 25. Oktober 2026:

  • Aquaphor Lip Repair im Zweierpack (ASIN B07SRRLVQ1) nutzt Premium-A+ mit Vollbildern, einem Fragen-und-Antworten-Modul und einer Vergleichstabelle, dazu eine Markengeschichte. Laut SellerSonar-Daten hatte es 34.158 Sternebewertungen mit 4,6 Sternen und stand auf Platz 2 seiner Kategorie Lip Balms & Moisturizers.
  • eos Natural Lip Balm (ASIN B0G2T52PRG) hat kein A+, nur eine einfache Beschreibung. Laut SellerSonar-Daten hatte es 33.715 Sternebewertungen mit 4,7 Sternen und stand auf Platz 7 derselben Kategorie.

Gleiche Kategorie, fast gleich viele Rezensionen, und nur eines der beiden erzählt unter den Bullet Points eine Geschichte. A+ allein erklärt den Abstand im Ranking nicht, aber es ist der sichtbarste Unterschied zwischen den beiden Seiten. Selbst große Marken lassen es manchmal weg: Das Listing der Apple iPhone 16 Pro Max Silikonhülle auf Amazon.com, das wir verfolgen (ASIN B0DGHLFC4M), hat laut SellerSonar-Daten überhaupt kein A+.

🎯 Profi-Einblick: Öffnen Sie vor jedem Design die drei obersten Listings für Ihr wichtigstes Keyword auf Amazon.de und scrollen Sie nach unten. Nutzen alle Premium-A+ mit Video, fällt Basis-A+ nicht auf. Nutzt keines A+, hebt Sie schon eine einfache Vergleichstabelle ab.

A+ Content testen und überwachen

Mit Amazons Werkzeug „Ihre Experimente verwalten“ testen Sie A+-Inhalte und Markengeschichte gegeneinander, genauso wie Titel, Bilder, Aufzählungspunkte und Beschreibung. Die ASIN muss zu Ihrer Marke gehören und in den letzten Wochen genug Traffic gehabt haben, und pro Experiment sind höchstens 500 ASINs möglich. Amazon schreibt ausdrücklich, dass Experimente keine Auswirkung auf das Suchranking haben. Die Einrichtung Schritt für Schritt zeigt unser Leitfaden zu A/B-Tests auf Amazon (auf Englisch).

Ist A+ einmal live, kann es sich ändern, ohne dass Sie es merken, vor allem wenn mehrere Personen oder eine Agentur am Konto arbeiten. SellerSonar hat keine eigene A+-Benachrichtigung, aber Änderungen am A+-Text kommen als Benachrichtigung „Beschreibung geändert“ an, mit dem Text vorher und nachher. Das folgende Beispiel stammt von Amazon.com, deshalb ist die App-Ansicht englisch („Description changed“).

SellerSonar-Benachrichtigung Beschreibung geändert: A+-Text der Amazon Basics Bleistifte B071JM699B vorher und nachher

Ein echter Fall von einem Listing, das wir verfolgen: Laut SellerSonar-Daten wurde der A+-Text der Amazon Basics Bleistifte (ASIN B071JM699B, Amazon.com) innerhalb von drei Tagen zweimal geändert. Am 19. Oktober 2026 verschwanden „#2 HB“ und „long-lasting“, am 21. Oktober wurde aus „Medium-Soft HB Lead“ „Medium-Soft Lead“. Beide Änderungen kamen als Benachrichtigung „Beschreibung geändert“ an, mit altem und neuem Text nebeneinander.

SellerSonar prüft Inhaltsänderungen in den Tarifen Business und Enterprise bis zu einmal pro Stunde. Die Benachrichtigungen verfolgen Text, ein Bildtausch oder eine neue Reihenfolge der A+-Module löst sie also nicht aus.

A+ Content für Vendoren und KDP-Autoren

Vendoren erstellen A+ in Vendor Central. Vendor-A+ erscheint unter „Produktbeschreibung des Herstellers“ und hat bei derselben ASIN Vorrang vor dem A+ des Verkäufers. Eine Marke, die über beide Kanäle verkauft, sollte deshalb festlegen, wer den Inhalt pflegt. Wie sich die beiden Programme unterscheiden, erklärt unser Leitfaden zu Amazon Vendor Central.

KDP-Autoren fügen A+ über die KDP-Marketingseite hinzu, für Titel mit dem Status „Live“ und für Vorbestellungen. Laut Amazons KDP-Hilfeseite zu A+-Inhalten erscheint der Inhalt innerhalb von acht Werktagen, muss in jedem Shop einzeln veröffentlicht werden, auch auf Amazon.de, und darf keine Zitate aus Kundenrezensionen enthalten.

Fazit

Amazon A+ Content ist kostenlos, füllt den Teil der Seite, den Käufer erreichen, während sie noch überlegen, und laut Amazons eigenen Daten kann es den Umsatz steigern. Die eigentliche Arbeit liegt woanders: gute Bilder, die Richtlinien einhalten (Gewährleistung und Kontaktdaten bleiben draußen) und die Inhalte in jedem Marktplatz korrekt halten, auch wenn Amazon sie für Sie übersetzt.

Abschließende Expertenempfehlungen: Starten Sie mit Basis-A+ und einer Vergleichstabelle Ihrer eigenen Produkte auf Deutsch, ergänzen Sie eine Markengeschichte mit Links zu Ihrem Brand Store und wechseln Sie zu Premium-A+, wenn die Top-Listings Ihrer Kategorie es nutzen. Testen Sie mit „Ihre Experimente verwalten“, prüfen Sie nach jedem neuen EU-Marktplatz die automatischen Übersetzungen und behalten Sie nach dem Start Textänderungen im Blick.

Wenn Sie wissen möchten, wann sich der A+-Text auf Ihren Listings oder bei Ihren Wettbewerbern ändert, können Sie SellerSonar 14 Tage kostenlos testen (5 ASINs und 10 Keywords, keine Kreditkarte nötig).

Häufig gestellte Fragen
Was ist Amazon A+ Content?

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Was kostet Amazon A+ Content?

Was kostet Amazon A+ Content?
Welche Bildgrößen gelten für A+ Content?

Welche Bildgrößen gelten für A+ Content?
Was ist in Amazon A+ Content verboten?

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Wie lange dauert die Freischaltung von A+ Content?

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Wer kann A+ Content auf Amazon.de nutzen?

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Übersetzt Amazon A+ Content automatisch?

Übersetzt Amazon A+ Content automatisch?
Verbessert A+ Content das Ranking bei Amazon?

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